Festakt zum 125-jährigen Bestehen des katholischen Wohlfahrtsverbands

Bundesfamilienministerin Paus: Caritas gibt Werten Gewicht und Gesicht

  • Spitzenvertreter aus Politik und Kirche haben die Arbeit des Deutschen Caritasverbands gewürdigt.
  • Bei einem Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Wohlfahrtsverbands sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne), der Verband gebe „Werten Gewicht und auch ein Gesicht“.
  • Auch die Bischöfe Georg Bätzing und Stephan Burger lobten die Arbeit der Caritas.

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Spitzenvertreter aus Politik und Kirche haben die Arbeit des Deutschen Caritasverbands gewürdigt. Bei einem Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Wohlfahrtsverbands sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne), der Verband gebe „Werten Gewicht und auch ein Gesicht“. Sie empfinde die Caritas als „guten Partner zum Anpacken“. Der Staat brauche diese Art von Engagement.

Auch auf die religiöse Dimension der Caritas verwies Paus. Ihre Namenspatronin, die heilige Elisabeth von Thüringen, sowie der heilige Ordensgründer Franz von Assisi hätten „mit ihrem unermüdlichen und fast stoischem Streben nach Gerechtigkeit“ zahllose Menschen inspiriert, so die Ministerin.

„Caritas kann Krisen“

Der Caritasverband „kann Krisen“, sagte Paus. Das habe sich etwa 2015 gezeigt, als rund eine Million Geflüchtete nach Deutschland gekommen sei. Damals hätten sich tausende Menschen ehrenamtlich engagiert, und die Caritas sei nicht müde geworden, in der aufgeheizten Debatte einen gemäßigten Ton zu setzen. Der Verband versuche, zu verbinden und Spaltungen zu verhindern.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hatte zuvor in einem Gottesdienst die Orientierung des Verbands an Vielfalt betont. Die Caritas versuche, möglichst viele einzubeziehen, inklusiv zu denken und zu handeln, sagte der Limburger Bischof.

Bätzing: Hilfen vor allem am Lebensanfang und Lebensende

Die Mitarbeitenden helfen nach seinen Worten, die Situation vieler Menschen zu verbessern und zugleich deren Stimme in der politischen Debatte zu sein. Das zeige sich auch in Bemühungen, einer Kluft zwischen Armen und Reichen entgegenzuwirken.

Bätzing verwies weiter darauf, dass die Caritas insbesondere Menschen am Lebensanfang und am Lebensende unterstütze. Er betonte, es könne nur gemeinsam mit den schwangeren Frauen gelingen, für das Lebensrecht der Ungeborenen einzutreten. Zugleich trage der Verband mit Blick auf das Lebensende dazu bei, palliative Hilfen breit zu verankern. Die Mitarbeitenden seien da, wenn ein Mensch in extremer Leiderfahrung von Suizidgedanken überrollt werde.

700.000 Mitarbeitende, hunderttausende Ehrenamtliche

Bereits am Vortag hatte der Vorsitzende der Caritas-Kommission der Bischofskonferenz, Erzbischof Stephan Burger, das Engagement des Verbands gelobt. Als konkretes Beispiel erinnerte der Freiburger Erzbischof an die Hilfe bei der Flutkatastrophe im Ahrtal vor eineinhalb Jahren.

Laut Caritas arbeiten bei dem katholischen Wohlfahrtsverband rund 700.000 Beschäftigte und hunderttausende Ehrenamtliche in mehr als 25.000 Einrichtungen und ambulanten Diensten. Dazu zählen Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie Beratungsangebote. Der Verband wurde im November 1897 in Köln von einer Gruppe katholischer Sozialreformerinnen und -reformer gegründet.