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Spirituelles Abenteuer verbindet digitale Welt mit realen Orten

"Canisius-App" führt durch die Welt der Jesuiten

  • Den Orden der Jesuiten über eine App kennenlernen, das geht mit dem Online-Abenteuer „Canisius-Pilgerpass“.
  • Petrus Canisius, einer der ersten Jesuiten Deutschlands, begleitet die Spielenden über 33 Stationen.
  • „Echte" Jesuiten stellen sich und ihre Aufgabe im Orden vor, zum Beispiel Pater Petrus Köst, Exerzitienleiter in Emmerich.
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„Starte jetzt deine Pilgerreise!“ Der Avatar mit brauner Kutte, angedeutetem Strahlenkranz, Rucksack und Wanderschuhen blickt unter dem Titel „Canisius-Pilgerpass“ freundlich aus dem App-Store entgegen. Das kostenlose Programm, herausgegeben von der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten, verbindet altes Wissen mit einem digitalen Abenteuer: Die Figur des Petrus Canisius (1521-1597), Konzilstheologe, Papst-Berater und Gründer zahlreicher Jesuitenkollegs im 16. Jahrhundert, begleitet den Spieler über 33 Stationen. Sie führen auf dem virtuellen Canisiusweg von Vilnius in Litauen bis nach Fribourg in der Schweiz, durch alle Länder der neuen Jesuitenprovinz, auch zu Standorten in Schweden und in Chicago (USA).

Nebenher erfahren die Pilger, was Jesuiten prägt, wie die prägenden Ordenspersönlichkeiten gelebt haben und was die Spiritualität heute ausmacht: In der lettischen Hauptstadt Riga zum Beispiel können Nutzer lernen, welche Bedeutung die ignatianischen Exerzitien für die Ökumene haben. In Hamburg begegnet der Leser einem Jesuiten, der begeisterter Schlagzeuger ist.

Kleine Aufgabe an jeder Station

Echte Glaubenszeugnisse machen die App lebendig: „Die User können in das Leben, die Arbeit und Spiritualität der Jesuiten vor Ort eintauchen und erfahren, was es bedeutet, Gott in allen Dingen zu suchen und zu finden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Jesuiten.

„An jeder Station ist eine kleine Aufgabe zu lösen, um den Stempel für unseren digitalen Pilgerpass zu erhalten. Die Pilgerreise kann aber auch ein Weg zu sich selber und zu Gott sein.“ Der Pilger-Pass sei nicht nur eine Gaming-App, sondern setze ganz bewusst geistliche Impulse. Es gibt auch eine persönliche Gebetsecke. „Dort kann der eigens dafür eingerichtete spirituelle Akku im Laufe des Pilgerwegs aufgefüllt werden“, so die Initiatoren.

Ein Halt im Bistum Münster

Sogar eine Pilgerherberge gibt es: In der eigens gegründeten Facebook-Gruppe „Canisius Community“ können sich Pilger treffen, Erfahrungen austauschen und Impulse geben. Kurz nach Start hat die Gruppe bereits mehr als 100 Mitglieder.

Eine der 33 Stationen macht auch Halt bei Pater Petrus Köst in Emmerich: „Was genau ist eigentlich ignatianische Spiritualität? Warum ist das ein Schwerpunkt der Jesuiten? Warum macht man Exerzitien?“ Auf diese Fragen geht der Leiter des Stanislauskollegs Hochelten in der App und auf der zugehörigen Internetseite www.canisius.world ein.

Online-Exerzitien im Hochelten

Zudem bietet er Tage der Besinnung an: „Es gibt derzeit Online-Exerzitien, die machen wir hier in erster Linie mit Leuten, die uns bereits kennen“, sagt Pater Köst.

Bis zu acht Menschen begleitet er sonst, unter anderem mit täglichen Gesprächen. In einer Zeit des Schweigens mit Gott ins Gespräch kommen, Betrachtung der Jesusgeschichten im Neuen Testament, und der Austausch über die Erfahrungen damit - so beschreibt Köst die Elemente der Exerzitien.

Lebenswichtige Fragen in der Corona-Zeit

„Eine große Hilfe ist das Schweigen. Wir versuchen, eine Atmosphäre zu bieten, wo das Schweigen, die Messe und die Anbetung einen guten Platz haben.“ Exerzitien seien ein Prozess des Lernens und Wachsens. In Gesprächen können Sorgen und Nöte der Menschen Ausdruck finden und die Teilnehmer in ihrer Beziehung zu Gott weiterentwickeln.

„Auch wenn Corona viele Menschen zwingt, zur Ruhe zu kommen, kann das als Chance gesehen werden für das innere Wachsen. Aber es gibt natürlich auch viele Sorgen, die dem entgegenstehen“, sagt Pater Köst. In dieser Zeit tauchten Fragen auf, die vielleicht sonst so nicht gestellt würden: „Wie abhängig bin ich von anderen Menschen und den Beziehungen? Wie wichtig sind mir meine Bekannten, Verwandten und meine Freunde? Wie wichtig ist mir Gott in dieser Zeit? Wie reagiere ich auf ihn?“ Diesen Fragen können Interessierte nachgehen – per App oder in echten Gesprächen, zum Beispiel mit Pater Köst.

Neue Jesuitenprovinz
Nicht nur mit der App beschreiten die Jesuiten neue Wege: Am 27. April wurde die Zentraleuropäische Provinz der Jesuiten gegründet. Provinzial ist Pater Bernhard Bürgler, bisher Provinzial der Jesuiten in Österreich. Zur neuen Provinz gehören 419 Jesuiten an 36 Standorten in Deutschland, Lettland, Litauen, Österreich, Schweden und der Schweiz.

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