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Eva Maria Welskop-Deffaa für Weiterentwicklung der Bestimmungen

Caritas-Chefin: Ist Streikverbot in Kirchen-Arbeitsrecht noch zeitgemäß?

  • Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, spricht sich für eine Reform des kirchlichen Arbeitsrechts aus.
  • Es stelle sich die Frage, ob der Ausschluss des Streikrechts im sogenannten Dritten Weg noch zeitgemäß sei, sagte sie.
  • Wollten die Kirchen sich politisch für faire Arbeit einsetzen, müssten sie ihr eigenes Arbeitsrecht gerecht gestalten.
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Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, spricht sich für eine Reform des kirchlichen Arbeitsrechts aus. Es stelle sich die Frage, ob der Ausschluss des Streikrechts im sogenannten Dritten Weg noch zeitgemäß sei, sagte sie beim digitalen Neujahrsempfang des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Hildesheim.

Der Streikrechts-Ausschluss "könnte die Frage aufwerfen, ob sich hier nicht der gleiche Geist ausdrückt, der auch die Missbrauchsfälle so bedrückend macht", sagte Welskop-Deffaa. Die Missbrauchsskandale ließen das Bild einer Kirche aufscheinen, in der sich die Macht von Geistlichen und Arbeitgebern unglücklich vermische.

Warum die Kirche ein eigenes Arbeitsrecht hat

Der Dritte Weg als Weg der gemeinsamen Suche nach Arbeitsbedingungen für den kirchlichen Dienst müsse dieses Bild korrigieren, forderte die Caritas-Präsidentin. Auch könne sich die Kirche politisch nur für faire Arbeitsbedingungen einsetzen, wenn sie ihre eigene Arbeitswelt glaubwürdig gestalte.

Der Dritte Weg bezeichnet das durch den Staat den Kirchen in Deutschland eingeräumte Recht, ein eigenes System des Arbeits- und Tarifrechts zu schaffen. Hintergrund ist die Auffassung, Arbeit im kirchlichen und karitativen Dienst habe eine religiöse Dimension. Das Betriebsverfassungsgesetz und die Möglichkeiten von Streiks und Aussperrung gelten für die Kirchen nicht.

Zukunft des Dritten Wegs

Grundsätzlich sprach sich Welskop-Deffaa für eine Beibehaltung des Dritten Wegs aus: "Ich persönlich wünsche mir, dass der Dritte Weg als besonderer Weg der Gestaltung guter Arbeitsbedingungen im kirchlichen Dienst erhalten wird, dass wir ihn weiterentwickeln und dass wir für unsere kirchlichen Arbeitsbedingungen im fairen Miteinander von Dienstgebern und Dienstnehmerinnen vorleben, wie gute Arbeit 4.0 gestaltet werden kann."

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