Bruno Korbmacher mit 62 Jahren zum 15. Mal beim Marathon

Diakon läuft Marathon für Spenden gegen Hunger

Fünf Uhr morgens auf dem Deich bei Elsfleth. Die ersten Sonnenstrahlen spiegeln sich glitzernd auf der Weser.  Eine kühle Brise geht beständig über das Wasser. Und Bruno Korbmacher zieht einsam seine Bahn. „Die Schwalben auf dem Deich! Es gibt nichts Schöneres.“

So hatte Diakon Bruno Korbmacher schon vor fünf Jahren „Kirche+Leben“ seine Erfahrungen beim Joggen beschrieben. Laufen und denken, laufen und meditieren, auch laufen und beten. Bruno Korbmacher lächelt. „Ja“, sagte er. „Und durchaus auch mal einen Rosenkranz.“

Flott beim Marathon

Jetzt hat der Polizei- und Klinikseelsorger in Oldenburg wieder mal erfolgreich einen Marathon absolviert, erfolgreich in zweierlei Hinsicht.

Denn mit 4 Stunden und 40 Minuten schaffte es der 62-Jährige zum einen auf Platz 26 in der Altersklasse M 60. Außerdem spülten seine Kilometer voraussichtlich rund tausend Euro Spenden auf das Konto der Deutschen Welthungerhilfe.

Gelaufen für Ostafrika

Denn Bruno Korbmacher hatte den Lauf als so genannten Sponsorenlauf gestaltet. Für jeden Kilometer hat er in seinem Freundes- und Bekanntenkreis um einen Spendenbetrag für den Einsatz der Deutsche Welthungerhilfe in Ostafrika gebeten.

Erste Zusagen habe er schnell bekommen, erklärte er gegenüber „Kirche+Leben“. So habe ihm ein Bekannter zehn Euro pro Kilometer zugesagt, andere 5 Euro. Ganz genau weiß er noch nicht, wieviel es insgesamt werden, aber umsonst sei es nicht gewesen, so Korbmacher.

In Bonn das 15. Mal

Der Bonn-Marathon war sein 15. Lauf über die 42-Kilometer-Strecke. In den vergangenen Jahren hat er meist je ein solches Rennen absolviert. Seine persönliche Bestzeit liegt bei 4 Stunden 23 Minuten.

Bruno Korbmacher, der mittlerweile im Wangerland lebt, läuft gewöhnlich drei- bis viermal die Woche rund 16 Kilometer, sommers wie winters, bei Wind und Wetter.

Mit 48 hat er mit dem Laufen angefangen, nachdem er kurz zuvor mit dem Rauchen aufgehört hatte. 2005 absolvierte er in Bremen seinen ersten Marathon.

Laufen für andere

Seit elf Jahren ist er immer wieder als Sponsorenläufer unterwegs, nach anfänglicher Skepsis. „Zuerst dachte ich immer: Nein, Laufen ist meine Privatsache!“ Am Ende überzeugten ihn aber die Gegenargumente.

Für ein Heim für behinderte Kinder in der peruanischen Hauptstadt Lima zum Beispiel brachte er in einer Gemeinsamen Aktion mit den Braker Sternsingern mehr als 4 500 Euro zusammen.

Beim Frankfurt-Marathon lief er schon einmal als katholischer Teilnehmer einer so genannten „Interreligiösen Staffel“ mit. Ein Mannschaftsrennen im Team mit einem evangelischen Pastor, einem holländischen Imam und mit dem Inder Fauja Singh, gläubiger Sikh und mit 99 Jahren ältester Marathonläufer der Welt.