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Redakteur Jens Joest über den Beginn des neuen Kirchenjahrs

Die Chance des Advents: Neuanfang – auch in der Kirche

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Ungewissheit mit Blick auf Weihnachten, Sorge in der Corona-Pandemie, eine Kirche zwischen Aufruhr und Resignation – könnten wir nicht einfach noch mal neu anfangen? Können wir, meint Redakteur Jens Joest. Gerade dieser Advent bietet die Chance dazu.

Der Advent ist nicht nur die Zeit der Vorbereitung auf das Fest, das die Geburt Jesu, des Erlösers, feiert. Der Advent ist auch Beginn eines neuen Kirchenjahrs.

Neubeginn – wie ersehnt nach einem Kirchenjahr zum Vergessen! Ein Corona-Frühjahr ohne Gottesdienste. Weiter beschleunigte Krise der Institution – die Zahl der Kirchenaustritte jagt seit Jahren von Rekord zu Rekord. Und kaum hatten sich die Gemeinden mit der Realität der Pandemie arrangiert, wurde ein neuer Lockdown nötig. Fast „nur“ Gottesdienste sind erlaubt – selbst für Weihnachten bleibt Unsicherheit, was möglich sein wird.

Der Advent „droht“ stiller und besinnlicher zu werden als sonst

Als wäre das alles nicht genug, demontiert sich die Kirche in Deutschland einmal mehr selbst. Der Eindruck, nicht überall würden die Fälle sexualisierter Gewalt transparent aufgearbeitet, pulverisiert das Vertrauen nicht nur in einzelne Bistümer, sondern in die Kirche als Ganze.

In diese Situation bricht ein Advent hinein, der coronabedingt stiller und besinnlicher zu werden „droht“ als in gewöhnlichen Jahren zwischen Glühweinbude, Geselligkeit und Geschenkesuche. Das ist eine Chance.

Blick in sich selbst

„In Angst und Elend liegen wir“, stellt ein Adventslied fest (Gotteslob 754,1). Zugleich ruft der Prophet Jesaja in der Zeit der Erwartung vor der Ankunft des Erlösers: „Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste!“ Überraschend aktuelle Texte: Angst, mindestens Sorge in der Pandemie, „Wüste“ in der Kirche. Da lohnt ein zweiter Blick!

Auch nach innen. So sehr manche Christen von Debatten über ihre und in ihrer Kirche wundgescheuert sind, so sehr die Ungewissheit in der Pandemie belastet: Sind wir selbst bereit, Gott den Weg zu uns und in diese Zeit zu bahnen? Selbst umzukehren, neu zu beginnen und das nicht nur von denen zu erwarten, die wir – in Gesellschaft und Kirche – auf dem falschen Weg wähnen?

Mit Vertrauen auf dem Weg

Neubeginn im Advent heißt, sich auch innerlich neu auf den Weg zu machen zu Gott. Und mit Blick auf das neue Kirchenjahr mit den Worten des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer zu vertrauen: „Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ (Gotteslob 430,7)

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