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Fünf junge Menschen bilden im „Orientierungsjahr“ eine WG am Domplatz

Diese junge Frau wohnt im Priesterseminar in Münster

  • Maike Stichling nimmt am Orientierungsjahr im Bistum Münster teil.
  • Mit drei Männern und einer Frau lebt sie in einer WG im Priesterseminar.
  • Zum 1. Juni können sich Interessierte neu bewerben.
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Für Maike Stichling ist es die ideale Lösung nach dem Abitur: Statt Studium erstmal hineinschnuppern ins Arbeitsleben. Statt weiter im Elternhaus in Neubeckum wohnen nach Münster ziehen und selbstständig werden. „Ich wollte nicht sofort von einer Lernphase in die nächste schlittern, trotzdem aber das Leben in einer größeren Stadt kennenlernen“, sagt die 18-Jährige.

Das Orientierungsjahr im Bistum Münster bietet ihr das. Seit August lebt sie im Priesterseminar Borromaeum in einer Wohngemeinschaft zusammen mit drei Männern und einer weiteren Frau. Zeitgleich macht sie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Pfarrei St. Clemens Münster-Hiltrup.

FSJ in einer Pfarrei

FSJ oder Ausland? Vor dieser Frage stand Maike Stichling nach dem Abitur. In Neubeckum war sie jahrelang in der Pfarrei aktiv: Messdienerin, Gruppenleiterin, Kinderchor, später Kirchenchor, Sternsingeraktion, Vorbereitung von Familiengottesdiensten. Die Ehrenämter halfen bei der Entscheidung.

„Ich wollte gerne ein FSJ in einer Pfarrei machen“, erklärt Maike Stichling, die sich vorstellen kann, nach dem Orientierungsjahr ein Theologie- oder Psychologiestudium zu beginnen. Sie bewarb sich bei den Freiwilligen Sozialen Diensten (FSD) im Bistum Münster, die ihr die Pfarrei in Hiltrup anboten. Und mit dem Orientierungsjahr gleich auch noch einen Vorschlag zur Wohnfrage machten.

Ihre Aufgaben

Maike Stichling (links) mit ihrer Wohngemeinschaft auf den Turm der Lamberti-Kirche in Münster.
Maike Stichling (links) mit ihrer Wohngemeinschaft aus dem Orientierungsjahr auf dem Turm der Lamberti-Kirche in Münster. | Foto: privat

Von der Vielfalt des FSJ in St. Clemens ist Maike Stichling begeistert. „Ich bin bei der Erstkommunion- und Firmvorbereitung dabei, durfte bei der Sternsingeraktion mitarbeiten und habe vor Weihnachten einen Online-Gottesdienst mitentwickelt.“

Auch im Sozialbereich kann sich die 18-Jährige einbringen, zum Beispiel in der Kleiderkammer, im Sozialbüro und der Übermittagsbetreuung im Jugendheim. „Aktuell bin ich dabei, mit einem Team zusammen Osterboxen für zuhause zusammenzustellen.“

WG trotz Corona

In der WG im Priesterseminar fühlt sich die Neubeckumerin sehr wohl – auch wenn die Corona-Pandemie Kontakte nicht leicht macht. „Die gemeinsamen Veranstaltungen beispielsweise mit den Priesteramtskandidaten fallen aktuell aus“, sagt die FSJ-lerin.

Genauso wie die Reisen nach Israel und Taizé, sonst fester Bestandteil des Orientierungsjahrs: „Für Juli haben wir allerdings eine mehrtägige Fahrt geplant – nur eben innerhalb Deutschlands.“

Mittwochs nachmittags Programm

Trotz der Umstände schätzt Maike Stichling das Begleitprogramm des Orientierungsjahrs, das Ruth Kubina und Sarah Tammen vom Borromaeum begleiten. Sie kümmern sich auch um das Programm der Mittwochnachmittage, die für Gemeinschaftsaktionen geblockt sind.

Dann beschäftigen sich die Teilnehmer mit Fragen des Lebens und Glaubens: „Wir haben zum Beispiel schon die Moschee in Münster besucht, um auch andere Religionsgemeinschaften kennenzulernen.“

Die fünfköpfige WG im Borromaeum – mit Gemeinschaftsküche und Wohnzimmer – gilt als ein Hausstand und bietet in Corona-Zeiten Abwechslung im Alltag. Abends wird oft gemeinsam gekocht und beim anschließenden Essen über Lebens- und Glaubensfragen gesprochen.

Wer Interesse am Orientierungsjahr im Borromaeum hat, kann sich zum 1. Juni um einen WG-Platz bewerben. Gleichzeitig ist eine Bewerbung um ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Gesellschaft „FSD Bistum Münster“ nötig. Mehr Informationen unter www.orientierungsjahr-muenster.de.

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