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Deutsche Bischofskonferenz wirbt für Darstellungen ohne Klischee

Diskriminierende Krippenfiguren sollen ersetzt werden

  • Nach Meinung der Deutschen Bischofskonferenz sollen klischeehafte oder diskriminierende Darstellungen der Heiligen Drei Könige keinen Platz mehr in Kirchenkrippen finden.
  • Melchior soll aber weiterhin seien Platz haben, damit alle Menschen unterschiedlicher Hautfarben dargestellt werden.
  • Kindermissionswerk: Sternsinger sollen nicht mehr schwarz geschminkt werden.

Klischeehafte oder diskriminierende Darstellungen der Heiligen Drei Könige in Weihnachtskrippen sollten nach Einschätzung der katholischen Kirche ersetzt werden. Sinnvoll seien Darstellungen, „in denen dunkelhäutige Menschen sich wiedererkennen können“, erklärte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Die drei Weisen oder Könige stünden dafür, „dass Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und aus unterschiedlichen Völkern Christus verehren“.

Deshalb gebe es in vielen Krippen mit Melchior eine schwarze Figur, so Kopp weiter. „Eine Krippe ohne Melchior würde dagegen suggerieren, dass Christus nur für weiße Menschen zur Welt gekommen ist. Das wäre grundfalsch und würde zu Recht als rassistisch bezeichnet.“

Figuren in Ulm aus Krippe entfernt

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die evangelische Münstergemeinde in Ulm die Heiligen Drei Könige aus ihrer Weihnachtskrippe entfernen werde. Die dort bislang genutzte Holzfigur des Melchior sei „aus heutiger Sicht eindeutig als rassistisch anzusehen“, sagte Dekan Ernst-Wilhelm Gohl.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) warb in der „Bild am Sonntag“ für Eigenverantwortung. „Selbstverständlich kann in jeder Gemeinde vor Ort sensibel darüber entschieden werden, welche Darstellungen in ihrer jeweiligen Kirche zu sehen sind“, sagte Sprecherin Annika Lukas.

Sternsinger ohne schwarze Schminke

Im Zusammenhang mit aktuellen Rassismus-Debatten äußerte sich auch der Sprecher des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Thomas Römer. Das Hilfswerk empfehle, Kinder zum Sternsingen nicht schwarz zu schminken, sagte er der Zeitung. Dieser Brauch, der eine Gleichsetzung von Herkunft und Hautfarbe nahelege, gehe heute nicht mehr: „Wir glauben, dass der ursprüngliche Sinn der Tradition besser deutlich wird, wenn Kinder als Sternsinger so gehen, wie sie eben sind: vielfältig in ihrem Aussehen.“

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