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Netzwerk gegen Bilder von „Blackfacing“ – Darf man Könige noch schminken?

Facebook will Rassismus unterbinden – Thema auch für Sternsinger

Facebook will verstärkt gegen Rassismus vorgehen und künftig auch Fotos löschen, die das sogenannte „Blackfacing“ zeigen. Was heißt das für die schwarz geschminkten Sternsinger?

Das Soziale Netzwerk Facebook will verstärkt gegen Rassismus und Hassreden vorgehen. Künftig sollen auch Fotos, die das sogenannte „Blackfacing“ zeigen, und antisemitistische Beiträge über mutmaßliche jüdische Weltverschwörungen auf der Plattform verboten sein und entfernt werden, teilte das Unternehmen laut Medienberichten mit. Die Benutzerregeln wurden bereits angepasst. Betroffen ist auch christliches Brauchtum wie das Sternsingen oder der flämische Nikolaushelfer „Zwarte Piet“.

Beim „Blackfacing“ schminken sich weiße Menschen das Gesicht schwarz, um Schwarze zu imitieren. Die Praxis war früher vor allem auf der Theaterbühne verbreitet, findet sich heute noch etwa bei volkstümlichen Traditionen.

Sternsinger: Uns geht es um eine würdevolle Darstellung

Neben dem flämischen Brauch des „Zwarten Piet“, der bei Umzügen in niederländischen Städten auftaucht, muss sich auch das Kinderhilfswerk „Die Sternsinger“ mit dem Thema auseinandersetzen. Die Gefahr sei groß, dass die Traditionen nicht differenziert betrachtet würden, betonte die Organisation auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). In vielen Sternsingergruppen wird ein Kind schwarz geschminkt, um den König aus Afrika zu repräsentieren.

Diese Tradition könne nicht mit dem kritisierten „Blackfacing“ gleichgesetzt werden. „Es geht bei uns nicht um die Verhohnepipelung der schwarzen Menschen, sondern um eine würdevolle Darstellung des afrikanischen Vertreters“, erklärte ein Sprecher des Hilfswerks. „Wir sind uns aber auch bewusst, dass Traditionen sich verändern.“

Tipps für Sternsinger

Verbote wolle die Organisation nicht erlassen, dafür aber auf den Dialog mit Verbänden und Teilnehmern setzen. Ein erklärender Beitrag zu dem Thema finde sich auf der Internetseite der Hilfswerks (letzte Frage unter „Brauchtum“).

Der flämische Nikolaushelfer „Zwarte Piet“ hat traditionell ein schwarz geschminktes Gesicht, rote Lippen und trägt eine Kraushaarperücke. Der Brauch steht schon länger in der Kritik, da er an die Sklavenausbeutung in den Karibik-Kolonien erinnere. Immer mehr niederländische Städte ersetzen den „Zwarten Piet“ durch den „Roetveegpiet“, dessen Gesicht nur durch Kaminruß geschwärzt ist, oder verzichten ganz auf die Figur.

Facebook: Beiträge verletzen Würde einzelner Menschengruppen

Laut Facebook ist das „Blackfacing“ Teil einer „Geschichte der Entmenschlichung, der Verweigerung der Bürgerrechte und der Versuche, staatliche Gewalt zu entschuldigen und zu legitimieren“. Entsprechende Beiträge verletzten die Würde einzelner Menschen oder Menschengruppen und würden deshalb nach Prüfung von der Plattform gelöscht.

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