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Ausgleich durch einen Sondereffekt möglich

Erzbistum Paderborn erwartet Corona-Minus von 60 Millionen Euro

  • Wegen der Corona-Krise rechnet das Erzbistum Paderborn mit 41 Millionen Euro weniger Kirchensteuern 2020.
  • Beim Bilanzergebnis erwartet es ein Minus von 60 Millionen Euro.
  • Der Fehlbetrag könne jedoch aufgrund eines Sondereffekts aufgefangen werden.
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Wegen der Corona-Krise rechnet das Erzbistum Paderborn in diesem Jahr mit 41 Millionen Euro weniger Kirchensteuereinnahmen als 2019. Das entspreche einem Rückgang von gut zehn Prozent, sagte Finanzdirektor Dirk Wummel. Mit Blick auf das Bilanzergebnis erwarte er ein Minus von 60 Millionen Euro.

Der Fehlbetrag könne jedoch aufgrund eines Sondereffekts aufgefangen werden. So sei 2019 die Berechnungsgrundlage bei der Altersversorgung verändert worden, da sie zu konservativ gewesen sei. Damit ergebe sich ein außerordentlicher Bilanzgewinn von 79 Millionen Euro, der vollständig in eine Corona-Rücklage fließen solle, so Wummel.

Finanzstärkste deutsche Diözese

Zudem möchte das Erzbistum dem Finanzdirektor zufolge sparen. Bereits in diesem Jahr seien Sach- und Personalkosten sowie Investitionen überprüft worden, erklärte Wummel. „Wir haben die Bremse angezogen.“ Auch Pfarreien dächten vermehrt über einen Verkauf oder eine Verkleinerung von Immobilien nach, bevor Investitionen etwa für Renovierungen getätigt würden.

Das Erzbistum Paderborn ist mit einem Gesamtvermögen von mehr als sieben Milliarden Euro die finanzstärkste deutsche Diözese. Dem nun vorgelegten Bericht zufolge ergibt sich für das Jahr 2019 ein Überschuss von rund 80 Millionen Euro. Das sind 29 Millionen Euro mehr als 2018, was laut Wummel ebenfalls dem Sondereffekt aus der Altersversorgung geschuldet ist.

Bilanz für 2019

75 Prozent seiner Erträge erwirtschaftete das Erzbistum über Kirchensteuereinnahmen. Mit 430 Millionen Euro lagen sie 2019 etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Hinzu kamen unter anderem Zuweisungen des Staates für die katholischen Schulen sowie Erträge aus Bildungs- und Tagungshäusern. Insgesamt nahm die Erzdiözese 546 Millionen Euro und somit drei Millionen Euro mehr als 2018 ein.

Demgegenüber standen 2019 Aufwendungen von 488 Millionen Euro. Das sind 27 Millionen Euro weniger als 2018. Unter anderem sind die Zuweisungen an die Kirchengemeinden und Verbände um rund zehn Prozent auf 216 Millionen Euro gesunken. Beinahe die Hälfte der Ausgaben (46,1 Prozent) floss in die Seelsorge vor Ort. 9,6 Prozent kamen den Kindertagesstätten und 7,5 Prozent den Schulen zugute.

Die Bilanzsumme gibt das Erzbistum mit rund 4,59 Milliarden Euro an, rund 96 Millionen Euro mehr als 2018. Hinzu kommt Vermögen aus der Körperschaft des Erzbischöflichen Stuhls sowie sechs weiterer Stiftungen.

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