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Soziologe Pickel würdigt Pflege und Flüchtlingshilfe

Experte: Beachtliche Wirkung der Kirchen auf die Gesellschaft bleibt

  • Der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel bescheinigt den Kirchen eine "beachtliche Wirkung auf die Gesellschaft".
  • Die Kirchen würden dem Staat ziemlich viele Leistungen abnehmen.
  • Deshalb gebe es in der Politik kaum Interesse, an dem religionsfreundlichen Recht in Deutschland etwas zu ändern.
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Die Kirchen verlieren zwar Mitglieder, aber nach Ansicht des Religionssoziologen Gert Pickel nicht zwangsläufig ihre Bedeutung in Gesellschaft und Politik. Die Kirchen verlören Bedeutung als Institution, die Werte für die Gemeinschaft setzt, sagte der Leipziger Forscher dem Evangelischen Pressedienst (epd). "In der Politik ist aber anerkannt, dass die Kirchen als zivilgesellschaftlicher Träger dem Staat ziemlich viele Leistungen abnehmen", ergänzte er. Damit bleibe eine "beachtliche Wirkung auf die Gesellschaft".

Pickel verwies auf die Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen, die an Bedeutung gewinne, und die Flüchtlingshilfe in Gemeinden und Einrichtungen. Sie seien zudem eine der wenigen Institutionen, die flächendeckend in Deutschland präsent seien. Es gebe daher kaum ein Interesse in der Politik, am religionsfreundlichen Recht in Deutschland etwas zu ändern, sagte er.

"Religiöse Verankerung" im Bundestag bleibt

Der Professor für Religions- und Kirchensoziologie ergänzte, im Bundestag seien bislang immer noch mehr Mitglieder einer Kirche vertreten als Parlamentarier ohne Kirchenzugehörigkeit. "Auch das wird sich nach der Bundestagswahl nicht komplett ändern", sagte er. Er gehe davon aus, dass es im Parlament auch künftig eine "religiöse Verankerung" gebe.

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