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Auch Papst Franziskus verliert massiv an Zustimmung

Forsa-Umfrage: Vertrauen in katholische Kirche auf dem Tiefpunkt

  • Die christlichen Kirchen in Deutschland haben mit einem starken Vertrauensverlust in der Gesellschaft zu kämpfen.
  • Der katholischen Kirche vertrauen laut Forsa-Umfrage lediglich noch 12 Prozent.
  • Katholische Teilnehmende vertrauen dabei eher der evangelischen als der eigenen Kirche.
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Das Vertrauen der Menschen in Deutschland in die christlichen Kirchen ist nach Angaben des Forsa-Instituts auf einem Tiefpunkt. Lediglich 12 Prozent hätten großes Vertrauen zur katholischen Kirche, wie das Institut am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf eine neue Befragung mitteilte. Dem Papst bringen demnach 26 Prozent großes Vertrauen entgegen, der evangelischen Kirche 33 Prozent. Das Vertrauen zu den christlichen Kirchen und zum Papst ging 2021 demnach um je 3 Prozentpunkte zurück.

Größer als zu den Kirchen ist das Vertrauen den Angaben zufolge zum Zentralrat der Juden in Deutschland mit 43 Prozent. Zum Islam haben dagegen nur 8 Prozent großes Vertrauen. Das Institut erhob die Daten zur Jahreswende 2021/2022. Befragt wurden 4.038 Menschen.

Katholische Kirche verliert Bindekraft

„Ein geringeres Vertrauen als die katholische Kirche haben von den insgesamt 36 im Forsa-Institutionen-Ranking untersuchten Institutionen nur noch die Manager, der Islam und die Werbeagenturen. Damit verlieren nicht nur viele politische Institutionen, sondern auch die beiden Kirchen ihre für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtige Bindekraft“, bilanzierte Geschäftsführer Manfred Güllner.

Im Jahr 2017 lag der Wert für die katholische Kirche laut Forsa noch bei 28 Prozent; 2018 zur evangelischen Kirche bei 48 Prozent. Das Vertrauen zum Papst war in der Amtszeit von Papst Benedikt XVI. auf 24 Prozent gesunken und später dann zu Papst Franziskus zeitweise (2015) auf 60 Prozent gestiegen. Zur Jahreswende 2021/22 sank das Vertrauen in ihn auf 26 Prozent. Das Vertrauen zum Zentralrat der Juden wurde seit 2010 um 16 Prozentpunkte größer, das zum Islam von 2015 bis 2022 um 17 Prozentpunkte geringer.

Katholiken vertrauen eher evangelischer Kirche

Protestanten haben zur evangelischen Kirche mit 59 Prozent ein um 26 Prozentpunkte höheres Vertrauen als der Durchschnitt aller Bundesbürger, wie das Institut berichtete. Bei den Katholiken liegt das Vertrauen zur katholischen Kirche mit 29 Prozent um 17 Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Dabei ist laut Forsa das Vertrauen von Katholiken zur evangelischen Kirche mit 37 Prozent größer als das zur eigenen Kirche (29 Prozent).

Das Vertrauen zum Zentralrat der Juden ist bei Protestanten und Katholiken offenbar ähnlich groß. Konfessionslose haben dagegen nicht nur zu den christlichen Kirchen und zum Papst, sondern auch zum Zentralrat ein geringeres Vertrauen als Katholiken und Protestanten. Das Vertrauen von Ostdeutschen zu den Kirchen und zum Zentralrat sei geringer als das von Westdeutschen, hieß es. Bei Papst und Islam sei die Differenz nicht so ausgeprägt. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist das Vertrauen zur katholischen Kirche und zum Papst niedriger als bei den über 60-Jährigen. Größer ist das Vertrauen der Jungen zum Zentralrat und zum Islam.

AfD-Anhänger fehlt Vertrauen zu Kirchen

Anhänger der CDU haben zu den christlichen Kirchen und zum Papst ein höheres Vertrauen als andere Parteianhänger. Ähnlich hoch ist laut Forsa nur das Vertrauen der SPD-Anhänger zur evangelischen Kirche. Anhänger der Sozialdemokraten und der Grünen haben zum Zentralrat der Juden ein höheres Vertrauen als Anhänger der anderen Parteien. Anhänger der AfD haben weder zum Zentralrat und zum Islam noch zu den beiden christlichen Kirchen Vertrauen.

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