Karsten Weidisch feiert in Xanten Gedenkgottesdienst für Nazi-Opfer

KAB-Präses: AfD und rechte Parteien sind lebensfeindlich

Zum Einsatz gegen das Vergessen der Gewalttaten der Nationalsozialisten hat der Münsteraner Pastor Karsten Weidisch die Christen aufgerufen. „Der Wahnsinn, der sich im Dritten Reich in Deutschland ereignet hat, darf niemals in Vergessenheit geraten“, sagte Weidisch bei einem Gedenkgottesdienst im Xantener Dom.

Dabei wurde zum einen an den Widerstandskämpfer Nikolaus Groß erinnert. Der in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Engagierte war am 23. Januar 1945 von den Nazis hingerichtet worden. Zum anderen nahmen die Gottesdienstbesucher den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar in den Blick. Weidisch war lange Jahre Priester am Niederrhein und ist nun KAB-Bezirkspräses für Hamm, Münster und Warendorf.

Erstarken des Antisemitismus

In ganz Europa hätten heute rechte und populistische Parteien Zulauf. Diese Parteien seien „lebensfeindlich“, so Weidisch. Er nannte ausdrücklich die AfD. Zudem sei „schockierend“, dass der Antisemitismus in Deutschland wieder zunehme. Dabei würden viele Menschen Riten und Gebräuche der Juden gar nicht kennen oder hätten gar noch nie vom Holocaust gehört.

Viele Zeitzeugen der Nazi-Verbrechen seien bereits tot, und manche würden über ihre Verfolgung nicht sprechen, weil sie traumatisiert seien, sagte Weidisch. Umso mehr sei es Aufgabe der Christen und der KAB-ler, die Erinnerung wachzuhalten und die Stimme zu erheben, „wenn sich Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft breit machen“.