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Als Zeichen für Hoffnung auf Normalität

Kolpingsfamilie will wieder 300 Palmstöcke verkaufen – mindestens

  • Die 44 Mitglieder der Kolpingsfamilie in Varrelbusch verkauften in Nicht-Corona-Zeiten bis zu 800 Palmstöcke.
  • Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 60.
  • Trotzdem haben sie im Januar die Produktion der Palmstöcke wieder aufgenommen – als Zeichen für Hoffnung auf Normalität.
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Im letzten Jahr hatten sie die Produktion kurzfristig gestoppt, wegen Corona. Nur wenigen stand im Schock des ersten Lockdowns der Sinn nach einen bunt verzierten Palmstock. Wo doch die Pandemie einen dicken Strich durch die traditionelle Palmprozession und der traditionellen Weihe der verzierten Kunstwerke gemacht hatte. Also stoppte auch die kleine Kolpingsfamilie im oldenburgischen Varrelbusch (Gemeinde Garrel, Kreis Cloppenburg) kurzerhand die Herstellung. Statt der 2019 noch 810 verkauften Palmstöcke, stellte sie im Frühjahr 2020 gerade mal noch um die 60 Stück her.

Und in diesem Jahr? Da hat die das Team um den Vorsitzenden Karl-Heinz Horstmann früh entschieden: Wir nehmen die Produktion wieder auf! Auch wenn noch nicht bis ins letzte Detail klar ist, wie 2021 der Palmsonntag begangen werden kann, treffen sich die Bastler schon seit Wochen auf dem zur Werkstatt umfunktionierten Pfarrheim-Dachboden in coronagerechten Zweierteams. Karl-Heinz Horstmann und seine Frau Kerstin sägen und schleifen Holzleisten zuvor zurecht. Andere Frauen haben schon im Januar angefangen, Blumen und Schleifen zu basteln, die Männer schneiden die Buchsbaum-Zweige vor, die 14 Tage vor dem Verkaufsstart an die Kreuze kommen. Ab dem 20. Und 21. März können die bestellten Palmstöcke im Pfarrheim abgeholt werden, bereits eine Woche davor soll der Verkauf in zwei Blumengeschäften starten.

 

Die Kolpingsfamilie reagiert auf die Nachfrage

 

Das Ganze solle auch ein Zeichen der Hoffnung sein, dass das kirchliche Leben im Dorf trotz der Einschränkungen durch Corona weitergeht. „Wir spüren, dass die Leute gerne wieder Palmkreuze haben möchten“, sagt Kerstin Horstmann, „Vielleicht auch, weil sie wieder etwas Normalität spüren wollen.“ Zwar werden es dieses Jahr wohl nicht so viele Palmstöcke wie 2019 sein. Auch, weil wegen der coronabedingten Einschränkungen nicht so viele produziert werden können. Kerstin Horstmann rechnet aber mit mindestens 300 Stück.

Seit 1996 bastelt die Kolpingsfamilie Varrelbusch Palmstöcke zum Verkauf. Die Preisspanne liegt zwischen 4 und 8 Euro. Der Erlös der Aktion ist immer für einen guten Zweck bestimmt. So ging in den vergangenen Jahren zum Beispiel Geld an Projekte in Brasilien, an Lepra-Projekte in Indien, an örtliche Kindergärten oder das Hospiz Wanderlicht in Cloppenburg.

Warum gibt es Palmstöcke?
Am Palmsonntag werden in der Messe traditionell Zweige gesegnet, die an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnern sollen. Aus Mangel an Palmen hat sich in Deutschland daraus die Tradition entwickelt, mit verzierten Buchsbaumzweigen sogenannte Palmstöcke zu basteln, oft  in den Familien zu Hause. Häufig werden wie in Varrelbusch aber auch von Gruppen einer Gemeinde Palmstöcke gebastelt und für einen guten Zweck verkauft. Die gesegneten Zweige werden meist daheim das ganze Jahr über aufbewahrt und zum Beispiel hinter ein Kreuz gesteckt. Palmstöcke gibt es in viele Varianten: Neben den Buchsbaumzweigen werden auch Schmuckbänder oder Blumen mit eingebunden oder mit Obst oder Eiern dekoriert.

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