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Pastoralreferent in Duisburg-Rheinhausen: Keine Katechese im herkömmlichen Sinn

Neues Konzept für Firmvorbereitung ohne Stress

  • Nach einem Jahr Corona-Pause bereitet die Pfarrei St. Peter in Duisburg-Rheinhausen mit einem neuen Konzept die Firmung im November 2021 vor.
  • Jeder Jugendliche ist willkommen. Vorbehaltlos und absichtslos – so will das Katechetenteam auf das Sakrament neugierig machen.
  • Die Katechese soll keinen Stress machen, sondern den Jugendlichen guttun, meint Pastoralreferent Peter Fendel.
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35 bis 40 Jungen und Mädchen werden voraussichtlich an der diesjährigen Firmvorbereitung in rund 11.000 Mitglieder zählenden Pfarrei St. Peter in Duisburg-Rheinhausen teilnehmen. Mit dieser Zahl rechnet Pastoralreferent Peter Fendel. Der Anmeldeschluss ist in einigen Tagen. Angeschrieben hat die Pfarrei 135 Jugendliche, die zum Firmalter passen und als „katholisch gemeldet“ sind. Mit einem Katechetenteam bereitet der Pastoralreferent die Firmung vor, die für den 14. November 2021 terminiert ist.

Mit einem dreiminutigen Videoclip, einem Trailer, macht das Katechetenteam auf das Sakrament der Firmung neugierig. Die Filmsequenzen verdeutlichen, dass die Katechese keine hohe Theologie sein wird, sondern die Themen und die Lebenswirklichkeit der 14- bis 16-jährigen Jugendlichen aufgreifen wird.

Nur eine lose Bindung zur Kirche

„Eine Katechese im herkömmlichen Sinn wird es nicht geben“, sagt Fendel. Im Duisburger Stadtteil sei die Lebenswelt säkular geprägt. Kirchlich engagierte Jugendliche, die es natürlich gebe, seien allein auf weiter Flur. „Und die, die kommen, haben nur eine lose Bindung an die Kirche.“ Deshalb beginne die Firmvorbereitung „praktisch bei null“.

Das neue Konzept der Firmvorbereitung orientiert sich an einem Leitgedanken des früheren Aachener Bischofs Klaus Hemmerle, der einmal zur Jugendkatechese formuliert hat: „Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe.“

Viele Jugendliche sind gestresst

Die Lebenswelt der Jugendlichen sei heute medial geprägt, meint Fendel. Soziale Medien seien eine Selbstverständlichkeit. Zugleich sei sie verdichtet und durchgetaktet. „Jugendliche haben einen vollen Terminkalender. Viele sind gestresst. Sie spüren die hohen Anforderungen der Leistungsgesellschaft“, hat der Pastoralreferent festgestellt.

Schon aus diesem Grund werde die Firmvorbereitung „keinen weiteren Stress bedeuten, keine Belastung sein, sondern ein Gegengewicht schaffen“. In einer Gemeinschaft sollen die Jugendlichen entdecken, was das Leben schön und sinnvoll macht.

Für jede Katechese gibt es einen Plan B

Aus diesem Grund bietet die Katechese in Rheinhausen Wahlmöglichkeiten an. Zur Auswahl stehen die Feier der Kar- und Ostertage, ein klassisches Firmwochenende nach den Sommerferien und die Pilgertour auf dem Jakobsweg im Oktober. Danach entscheiden die Jugendlichen, ob sie das Sakrament der Firmung empfangen möchten.

Ein Teil der Katechese wird wegen den Corona-Kontaktbeschränkungen digital verlaufen, aber Fendel hofft, bald in Gruppen zusammen sein zu können. Ob Corona und der in diesen Monaten schwierige Schulunterricht beherrschende Themen unter den Jugendlichen sein werden, kann Fendel noch nicht sagen. „Die Jugendlichen sollen das sagen, was sie bewegt. Das können Zukunftsängste wie der Klimawandel oder Stress mit Freunden sein.“ Ob Treffen digital oder in Präsenz stattfinden – für alles hat das Katechetenteam einen Plan B. Begleitete Spaziergänge gehören dazu.

Die Liebe Gottes bleibt die Mission

Trailer als Appetitmacher
Den Trailer zur Firmvorbereitung finden Interessierte auf dem Youtube-Kanal der Pfarrei.

Der Pastoralreferent weiß, dass es heute schon eine Portion Mut erfordert, sich zur Firmung anzumelden. „Wir sagen klar: Jeder ist willkommen. Die Jugendlichen müssen keine Voraussetzungen erfüllen.“ Auch wenn die Katechese eine Mission sei und diese deutlich machen werde, dass jeder ein Kind Gottes sei und sich jeder von Gott angenommen fühlen dürfe, verfolge die Vorbereitung das Ziel „vorbehaltloser und absichtsloser Begegnungen“.

Schön sei es, wenn die Mädchen und Jungen etwas spürten von der Liebe Gottes. „Wenn daraus eine Nähe zur Gemeinde entsteht, wäre das wunderbar. Aber erst wollen wir die Jugendlichen begeistern“, sagt Fendel.

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