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Essens Generalvikar Pfeffer zeigt sich beeindruckt und erschüttert

OutInChurch: Kirchenvertreter sichern queeren Menschen Unterstützung zu

  • Die queer-katholische Initiative #OutInChurch sorgt für viel Aufmerksamkeit bei katholischen Vertretern.
  • Essens Generalvikar Klaus Pfeffer zeigte sich beeindruckt und erschüttert zugleich.
  • Weitere Generalvikare berichten, dass die sexuelle Orientierung keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen habe.
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Das Coming-out queerer katholischer Menschen sorgt weiterhin für Aufmerksamkeit. Zuspruch gab es etwa vom Essener Generalvikar Klaus Pfeffer: Verschiedene sexuelle Orientierungen seien Teil der Schöpfung Gottes, sagte er dem Kölner Online-Portal domradio.de. „Und das stellt die kirchliche Lehre radikal infrage“, so der Generalvikar. „Ich glaube, das müssen wir überwinden um der Menschen willen, weil es unmenschlich ist, wie wir mit diesen Menschen umgegangen sind.“

Im Rahmen der Initiative #OutInChurch sowie einer Fernsehdokumentation (in der ARD-Mediathek abrufbar) hatten sich am Montag 125 Menschen in der katholischen Kirche geoutet, also ihre sexuelle Orientierung öffentlich gemacht. Viele von ihnen sind haupt- oder ehrenamtlich in der Kirche tätig und zugleich Teil der queeren Community. Die Initiative fordert unter anderem, das kirchliche Arbeitsrecht so zu ändern, „dass ein Leben entsprechend der eigenen sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität“ nicht zur Kündigung führe.

Klaus Pfeffer beeindruckt und erschüttert

Pfeffer zeigte sich von dem TV-Film beeindruckt und erschüttert. „Ich finde, wir dürfen es in der katholischen Kirche nicht länger zulassen, dass wir Menschen dazu zwingen, sich selbst zu verbergen, sich selbst nicht geben zu können, wie sie sind. Das macht Menschen krank.“

Die Aktion zeige die Wirklichkeit sexueller Vielfalt in der Kirche, erklärte der Trierer Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg. „Menschen, die sich der LSBTIQ-Community zugehörig fühlen und ihr Leben und Arbeiten aus dem christlichen Glauben heraus gestalten wollen, sollen in unserer Kirche natürlich eine Heimat haben und keine Repressionen fürchten müssen.“ LSBTIQ steht als Oberbegriff für Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, transident, intergeschlechtlich und queer sind.

Queer sein ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen

Der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt bedauerte den Umgang der katholischen Kirche mit Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung. Queere Menschen hätten nicht „die bedingungslose Wertschätzung gespürt, die jedem Menschen als Geschöpf Gottes zusteht“, erklärte er. „Kirche hat an der Seite aller Menschen zu stehen und dazu beizutragen, dass erfahrenes Unrecht und Leid überwunden werden“, sagte er auch im Hinblick auf Betroffene sexuellen Missbrauchs.

Der Generalvikar aus dem Bistum Speyer, Andreas Sturm, schrieb auf Twitter: „Ein offenes Bekenntnis zur Homosexualität hat im Bistum Speyer keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen.“

Die Arbeitsgemeinschaft „Homosexuelle und Kirche“ verwies darauf, dass queere Mitarbeitende in der katholischen Kirche unter den „Restriktionen des kirchlichen Arbeitsrechts“ litten. Die Initiative #OutInChurch sei ein „starker Impuls“, der hoffentlich zu einer Änderung der kirchlichen Haltung von queeren Mitarbeitenden führe.

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