Patinnen übernehmen 15 Euro für Bedürftige

Patenschaften gegen Beitragserhöhung - wie die KFD um Mitglieder wirbt

  • Die KFD erhöht drastisch ihren Jahresbeitrag von 25 auf 40 Euro.
  • In Münster-Nienberge übernehmen Patinnen die Erhöhung für Bedürftige.
  • Die Ortsgruppe in Albersloh geht die Beitragserhöhung allerdings nicht mit

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Ein besonderes Zeichen des Miteinanders in der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) St. Sebastian in Münster-Nienberge erlebte deren Teamsprecherin Agnes Szymanski direkt nach der Mitgliederversammlung vor einigen Wochen. Die Gemeinschaft hatte die vom KFD-Bundesverband beschlossene Erhöhung des Jahresbeitrags von 25 auf 40 Euro (ab 2024) diskutiert. Das Thema stand bei vielen KFD-Versammlungen auf der Tagesordnung.

Das Leitungsteam der Nienberger KFD machte sich Sorgen darüber, dass nicht alle Frauen den höheren Beitrag aufbringen könnten und eventuell deshalb die Gemeinschaft verlassen würden. Nach der Versammlung meldete sich eine Teilnehmerin, die anonym bleiben möchte, spontan bei Agnes Szymanski mit dem Hinweis, die Beitragserhöhung für ein KFD-Mitglied zu übernehmen, wenn es ein Problem damit habe, sich die höhere Summe leisten zu können. Konkret also 15 Euro. Inzwischen gibt es weitere Zusagen für solche Patenschaften, darunter sogar ein Angebot, die Summe für 10 Beitragsdifferenzen – also 150 Euro – zu sponsern.

Zusammenhalt in der KFD

„Das macht KFD vor Ort aus und zeigt den Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft“, freut sich die Teamsprecherin über die Unterstützung. Sie ist davon überzeugt, dass weitere Patenschaften folgen werden. „Wir werden dafür sorgen und Lösungen finden, dass alle Frauen, die zur KFD gehören, in unserer Gemeinschaft bleiben können.“

Das Leitungsteam entscheidet darüber, wer den „Beitragszuschuss“ erhält. Wer wirklich darauf angewiesen ist, der soll sich gern bei dem Team melden und keine Scheu haben, das auch wirklich zu tun. „Wir versprechen eine anonyme und unbürokratische Regelung“, sagen die Team-Mitglieder.

Findet Initiative Nachahmer?

KFD-Teamsprecherin Agnes Szymanski freut sich über spontane Angebote, in Einzelfällen die Beitragserhöhung zu übernehmen. | Foto: Hubertus Kost
KFD-Teamsprecherin Agnes Szymanski freut sich über spontane Angebote, in Einzelfällen die Beitragserhöhung zu übernehmen. | Foto: Hubertus Kost

Die Beitragszahlung in zwei Raten über das Jahr verteilt, war in der Nienberger KFD auch diskutiert worden. Das ändere aber nichts an der Tatsache des höheren Beitrags, sondern erhöhe den bürokratischen Aufwand, so war das Ergebnis der Gespräche, mit denen der Vorschlag verworfen wurde.

Gibt die KFD St. Sebastian ein Signal damit, dass Patenschaften angeboten werden, um die Beitragserhöhung im Einzelfall abzumildern? „Durchaus möglich“, heißt es dort. Von einem Signal will man nicht sprechen, aber von einer Initiative, die durchaus zur Nachahmung geeignet sei.

KFD pflegt persönliche Kontakte

Übrigens: 360 Frauen bilden in der St. Sebastian-Gemeinde die Frauengemeinschaft, die zu den mitgliederstarken KFD-Gruppen im Diözesanverband Münster zählt. Das Interesse zeigt sich stets am Besuch der Veranstaltungen. So nehmen an den Jahresversammlungen meistens etwa 100 Frauen teil. Persönliche Kontakte zu den Älteren werden besonders gepflegt. Darum kümmert sich der Mitarbeiterinnen-Kreis, zu dem etwa 40 Frauen gehören.

Ein neues Angebot wurde auf der Versammlung auch vorgestellt: Ein „Geburtstagskaffee“ soll zu einer ständigen Veranstaltung werden. Alle Frauen, die innerhalb eines Quartals 75 Jahre alt geworden sind, werden dazu eingeladen, ebenfalls alle, die 80 und älter sind.

KFD Albersloh tritt aus Bundesverband aus

Noch einmal zur Beitragserhöhung: Die KFD Albersloh hatte sich auf ihrer Generalversammlung im Januar wegen der Erhöhung mehrheitlich dafür ausgesprochen, den Bundesverband zu verlassen und einen eigenen Weg zu gehen („Kirche-und-Leben.de“ berichtete). Konkret bedeutet das: Die Frauen wollen ohne Anbindung an den Verband und damit auch an die Diözese eine Gemeinschaft auf Ortsebene gründen.

„An unserem Angebot würde sich nichts ändern“, erläutert Teamsprecherin Edith Pufahl. Das Team habe viele Anrufe bekommen, als das Meinungsbild bekannt wurde. „Wir bleiben dabei, aus dem Bundesverband auszutreten“, sagt die Teamsprecherin.