Doku „Pfadfinderehre: Die Geheimakten der Boy Scouts of America“

Pfadfinder reagieren auf Netflix-Doku zu Missbrauchsfällen in den USA

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Bei Netflix ist die Missbrauchs-Dokumentation „Pfadfinderehre: Die Geheimakten der Boy Scouts of America“ veröffentlicht worden. Nun melden sich die deutschen Pfadfinderverbände zu Wort.

Bei Netflix ist die Dokumentation „Pfadfinderehre: Die Geheimakten der Boy Scouts of America“ veröffentlicht worden. Aus diesem Anlass betonen die Pfadfinderverbände in Deutschland erneut ihren Willen zum Kinderschutz und zur Aufarbeitung möglicher Fälle sexualisierter Gewalt in den eigenen Reihen.

2012 waren Geheimakten der „Boy Scouts of America“ (BSA) veröffentlicht worden – darin Namen von mehr als 1.000 Betreuern und Helfern, die zwischen 1965 und 1985 wegen Missbrauchsvorwürfen von den BSA ausgeschlossen wurden. Im Juli 2021 einigte der US-Verband sich mit Anwälten von Betroffenen auf einen Vergleich und eine Entschädigung von 850 Millionen Dollar. Mehr als 84.000 Menschen hatten sich Missbrauchsklagen gegen die BSA angeschlossen.

„Fälle auch bei uns“

Der „Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände“ (RDP) erklärt, auch seinen fünf Mitgliedsverbänden – darunter zwei katholische – sei es „leider nicht immer gelungen, unsere Mitglieder vor sexualisierter Gewalt zu schützen“. Zugleich verurteilen die Verbände „jegliche Handlung“, die Kinderrechte missachte oder verletze, „aufs Schärfste“.

RDP-Vorstand Joschka Hench betont, es könne Pfadfinderverbände „nur stärken“, wenn Fälle sexualisierter Gewalt aufgearbeitet würden und wenn Betroffene Gehör fänden. Zudem könne Aufarbeitung grenzverletzende Strukturen bei den Pfadfindern aufdecken.

Fünf Mitgliedsverbände, zwei davon katholisch

Ziel der Pfadfinder sei, dass Kinder und Jugendliche in einem geschützten Raum „ihre Persönlichkeit frei von Gewalt und Machtmissbrauch“ entfalten könnten. Pfadfinder, die auch durch pädagogische Angebote der Verbände gestärkt seien, könnten „auch in anderen Bereichen der Gesellschaft aktiv für ein gewaltfreies Miteinander eintreten“.

Zum RDP gehören fünf Pfadinderverbände: ein nicht-konfessioneller, ein protestantischer, ein muslimischer und von katholischer Seite die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und die Pfadfinderinnen St. Georg.