Verabschiedung des stellvertretenden Offizials aus Vechta

Prälat Kossen: Hätte viel häufiger anprangern müssen

Prälat Peter Kossen (rechts) mit Bischof Felix Genn (Mitte) und Prälat Bernd Winter (links).
Beim Abschied aus Vechta: Prälat Peter Kossen (rechts) mit Bischof Felix Genn (Mitte) und Kosssens Nachfolger in Vechta, Prälat Bernd Winter (links).Foto: pd

Bischof Felix Genn hat Prälat Peter Kossen für seinen Einsatz für Werkvertragsarbeiter gewürdigt. Beim Abschied des Ständigen Vertreters des Offizials in Vechta sagte Genn, zum Wesenszug der Kirche gehöre der Einsatz für Menschen am Rand der Gesellschaft. Kossen habe sich in den vergangenen fünf Jahren in besonderer Weise für Arme und Unterdrückte eingesetzt, dafür gebühre ihm deutliche Anerkennung.

»Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie die Kirche hier im Geiste des Evangeliums gestaltet haben«, sagte der Bischof. Kossen habe sich immer an dem Gebet Marias orientiert: »Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.«

Kossen dankte für die gute Zusammenarbeit in der bischöflichen Verwaltung, aber auch für die Möglichkeit, wieder Gemeindeseelsorger sein zu dürfen. Als »Grundauftrag der Kirche« sehe er: »Wir tun nicht einfach etwas für die Armen, sondern lernen von ihnen, was Not wendet.« Zu seinem Einsatz für Menschen in der Fleischindustrie sagte Kossen: »Ich hätte viel lauter, viel häufiger und viel deutlicher die skandalöse Menschenschinderei anprangern müssen. Die Not der Menschen und das Unrecht ihrer Ausbeutung hätten es erfordert.«

Kattinger würdigt beispielhafte Arbeit Kossens

Peter Kossen
Prälat Peter Kossen stammt aus Rechterfeld im Kreis Vechta und wurde 1996 zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Nordwalde und Münster und wurde 2004 Pfarrer in Emmerich. 2011 wechselte er als Ständiger Vertreter des Offizials nach Vechta. Zugleich wurde er zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt. Zum 1. Dezember 2016 wurde er auf eigenen Wunsch von den Aufgaben in Vechta entpflichtet. Bischof Felix Genn übertrug ihm die Pfarrei Seliger Niels Stensen in Lengerich. Dort wird er am 21. Januar 2017 ins Amt eingeführt.

Prälat Kossen hat auf eigenen Wunsch zum 1. Dezember die Aufgabe in der Verwaltung des Bischöflich Münsterschen Offizialates abgegeben und geht zurück in die Pfarrseelsorge; am 21. Januar 2017 wird er als Leitender Pfarrer in Lengerich eingeführt. Zum Abschied waren Vertreter des kirchlichen und öffentlichen Lebens in das Antoniushaus nach Vechta gekommen. Unter ihnen Vertreter des Netzwerks »Menschenwürde in der Arbeitswelt« (Mida). Dort sind Gewerkschaften und katholische Sozialverbände zusammengeschlossen, die sich mit Kossen für Werkvertragsarbeiter aus Südosteuropa und gegen Missstände in der oldenburgischen Fleischindustrie eingesetzt haben.

Der Öffentlichkeitsreferent des Landes-Caritasverbands für Oldenburg, Dietmar Kattinger, betonte in einem Festvortrag, Menschen am Rand seien »die Nagelprobe für jeden einzelnen Christen und die Kirche insgesamt«. Die Zukunft der Kirche hänge deshalb sicher davon ab, wie sie Gottesdienste feiern werde, zugleich aber auch davon, wie sie mit Menschen am Rand der Gesellschaft umgehe. Dafür habe Prälat Kossen ein Beispiel gegeben.

Katholische Krankenhäuser und Kindergärten

Die Zukunft der Caritas werde davon bestimmt, wie sie sich als kirchliches Angebot verstehe. Bei ihren Einrichtungen stelle sich das Problem: »Wollen wir das alles als Kirche? Und soll es so bleiben?« Konkret sei zu fragen, ob die Kirche katholische Krankenhäuser anbieten solle. Auch, ob katholische Kindergärten in Regionen mit wenigen Katholiken vorgehalten werden sollten.

Diese Frage lasse sich bejahen, weil diese Einrichtungen Menschen »den Zugang zum Reich Gottes« öffnen könnten. Kossen hatte in Vechta auch das Amt des Vorsitzenden des Caritasrats im Landes-Caritasverband inne.