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Lehrer:innen im Bistum Münster über ihren Dienst zwischen Kirchenfrust und Hoffnung

Reli-Lehrende in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen, Herr Dannenberg?

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Sie stehen abseits der klassischen Pfarrei-Angebote für Glaube und Kirche: Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Sie bekommen die Kirchenkrise hautnah zu spüren. Wie geht es ihnen damit? Das haben wir fünf von ihnen gefragt. Ihre Antworten präsentiert „Kirche-und-Leben.de“ in dieser Woche, bevor am 13. Mai neue Religionslehrende die „Missio“, die offizielle bischöfliche Lehrbeauftragung, im Münsteraner Dom erhalten. Zum Auftakt: Alfried Dannenberg aus Telgte.

Wie gehen Sie damit um, Kirchenfrust und -wut ganz persönlich abzubekommen?

Kirchenfrust und -wut, davon hätte ich gerne etwas erlebt, denn dann gäbe es eine emotionale, vielleicht existenzielle Betroffenheit der Schülerinnen und Schüler, es gäbe eine innere lebendige Verbindung zur Kirche, die die „Sache Jesu“ weitertragen soll.

Im Alltag erlebte ich – seit acht Monaten bin ich nach 41 Jahren Dienst pensioniert – wohl reflektierte Kritik in Bezug auf die furchtbaren Ereignisse sexualisierter Gewalt, die Diskriminierung von Frauen sowie den Umgang mit queeren Minderheiten in der Kirche, aber selten sprach daraus eine innere Verbindung zur Gemeinde. Eher wurde bei den meisten ein innerer Abstand spürbar, obwohl die Fragen nach Sinn und Orientierung da sind, Ausdruck dessen ist nicht zuletzt die Teilnahme am Religionsunterricht.

Was bedeutet es für sie, in dieser Zeit Religionslehrer:in zu sein?

Im Gespräch:
Alfried Dannenberg ist pensionierter Religionslehrer. | Foto: privat
Alfried Dannenberg ist pensionierter Religionslehrer. | Foto: privat

Die Botschaft Jesu von der Liebe Gottes zu jedem Menschen, das Beispiel Jesu, sein Umgang mit den Ausgegrenzten, seine Botschaft von der untrennbaren Verbindung der Gottes- mit der Nächstenliebe, seine Rückversicherung in der Beziehung zu seinem „Abba“, die Verbindung von „Kampf und Kontemplation“, also anfanghaft das Reich Gottes zu verwirklichen aus der Kraft, die aus der Besinnung auf Gott kommt: Dies den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, war wichtig und erfüllend für mich.

Was macht Ihnen Hoffnung?

Da ist nicht viel, der Synodale Weg ist der einzige strukturell verankerte Hoffnungspunkt. Hier werden die drängenden Fragen angegangen, wird es aber auch tragfähige Ergebnisse geben? Papst Franziskus scheint im Vatikan mit seinen Reformideen isoliert, dabei machte mir die Namenswahl viel Hoffnung, die ich auch in der Schule vermittelte.

Hoffnung macht mir die Suche der Schülerinnen und Schülern nach Oasen der Ruhe und Stille, auf die ich mit Hinführungen zur Meditation antworten konnte. Wenn Religionsunterricht und Kirche hier weiter fördern und Impulse geben...

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