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Vadim Karpenko begründet Schritt mit Verhalten des Moskauer Patriarchen

Russisch-orthodoxer Priester vom Bodensee sagt sich von Kyrill I. los

  • Ein russisch-orthodoxer Priester vom Bodensee hat sich vom Moskauer Patriarchen Kyrill I. losgesagt.
  • Es sei ihm „aus dogmatischen und kanonischen Gründen“ nicht mehr möglich, der Russisch-Orthodoxen Kirche anzugehören.
  • Vadim Karpenko begründet seinen Schritt mit dem Verhalten des Patriarchen und seinen Aussagen über den Angriffskrieg gegen die Ukraine.
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Vadim Karpenko, am Bodensee tätiger russisch-orthodoxer Priester, hat sich von seiner Kirche und damit vom Moskauer Patriarchen Kyrill I. losgesagt. Es sei ihm „aus dogmatischen und kanonischen Gründen“ nicht mehr möglich, der Russisch-Orthodoxen Kirche anzugehören, heißt es in einer von ihm im Internet veröffentlichten Botschaft. „Ich versetze mich in den Klerus der kanonischen Kirche des Ökumenischen Patriarchats (Konstantinopel).“

Als Grund verweist Karpenko auf das Verhalten von Patriarch Kyrill. Dieser bete weiterhin für die russischen Behörden und die Armee, die in der Ukraine einen Angriffskrieg führten und Massaker an Zivilisten verübten. Karpenko betonte, die Pflicht des Patriarchen sei es aber, die russischen Behörden anzuprangern, den Rückzug der Invasoren zu fordern und alle zu exkommunizieren, die an der Aggression teilnähmen.

Angst vor Putin

„Anstatt Christus nachzufolgen“, habe die Hierarchie seiner bisherigen Kirche „Angst vor Putin, sie ist dem Antichristen und dem goldenen Kalb untertan“. Sie habe „ihre heilige Verpflichtung aufgegeben, ihr Leben für ihre Herde zu opfern“ und unterstütze stattdessen die Häresie einer „russischen Welt“.

Der Priester schreibt, die Russisch-Orthodoxe Kirche habe die kanonische Gemeinschaft mit mehreren Orthodoxen Kirchen gebrochen und sei ins Schisma, also in die Kirchentrennung geraten. „Früher ging ich davon aus, dass eine Versöhnung möglich ist, aber jetzt gibt es keine Hoffnung mehr.“ Er unterstütze kirchliche Appelle für Frieden und die Hilfe für Flüchtlinge.

Botschaft im Internet zu lesen

Karpenkos Botschaft wurde auf einer Internetseite der Ukrainisch Orthodoxen Kirchengemeinden in Lindau und Wangen im Allgäu veröffentlicht, die zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel gehören. Der Geistliche hat seit 2014 in Friedrichshafen und Lindau zwei russisch-orthodoxe Gemeinden gegründet. Die Mitglieder stammen aus Russland, der Ukraine, Belarus, Kasachstan, Georgien und Moldau.

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