"Kirche-und-Leben.de" sammelt Ideen aus allen Gemeinden des Bistums Münster

So begehen die Kirchen in Münster die Karwoche und Ostern

Seit Tagen sind die Pfarrer in Münster per Video-Schalte mit Stadtdechant Jörg Hagemann im Gespräch, um gemeinsam zu überlegen, wie die Karwoche und die Ostertage in Zeiten von Corona gestaltet werden können. Gestern Abend ist die Entscheidungen gefallen: Es wird ein Stadtmagazin mit vielen Informationen und Anregungen geben. Und: Die Osternacht wird mit einem besonderen Streaming-Gottesdienst gefeiert.

Das 16-seitige Magazin unter dem Titel „805“ soll am Gründonnerstag als Beilage in den Westfälischen Nachrichten und der Münsterschen Zeitung verteilt werden. Auf der Seite des Stadtdekanats, www.kirchen-in-munster.de, und auf anderen Internet-Seiten der Pfarreien wird es in Kürze ebenfalls als PDF erscheinen.  Der Name des Magazins erinnert an den ersten Bischof von Münster. Der heilige Liudger wurde 805 zum Bischof ernannt.

Texte zum Meditieren und Mitfeiern

Das Heft wird eine Fülle von Informationen enthalten, sagt Stadtdechant Hagemann: Wie mag die Welt nach Corona sein? Wie gehen die Menschen zuhause mit der Situation um? Es gibt Hilfen zu Hausgottesdiensten und Gebetzeiten mit Bibeltexten, Hinweisen auf das Gotteslob, ein Gebet von Papst Franziskus, sagt Hagemann. „Wie kann ich die Stille von Karfreitag wahrnehmen? Welche Symbolik hat das Osterlicht?“

Das Osterevangelium wird mit kleinen hervorgehobenen Texten präsentiert. Die Menschen zuhause in ihren vier Wänden sollen befähigt werden, sich selbst aktiv mit dem Passions- und Ostergeschehen auseinanderzusetzen.

Osternacht mit vielen Einspielungen aus den Pfarreien

Wie feiern andere Gemeinden?
Welche Pläne haben die anderen Gemeinden im Bistum Münster für die Kar- und Ostertage? Welche Angebote machen sie - außer der Übertragung der Gottesdienste im Internet? Wie lassen sie Glaubensgemeinschaft in dieser wichtigsten aller Wochen entstehen? Schreiben Sie uns:redaktion@kirche-und-leben.de (Stichwort: Osterfeiern). Wir sammeln alle Ideen in einem Übersichtsartikel der ständig ergänzt wird. Vielen Dank!
Markus Nolte,
stv .Chefredakteur

In Verantwortung von St. Lamberti wird die Osternacht mit ihrer besonderen Feierlichkeit in einem Streaming-Gottesdienst aus der Martini-Kirche übertragen. Der Gottesdienst beginnt am Karsamstag um 20 Uhr. Doch nicht nur die Übertragungskirche steht dabei im Mittelpunkt. Aus allen Pfarreien der Stadt werden zuvor aufgenommene Video-Einspielungen in die Festliturgie integriert. „Die erste Lesung kommt aus der der Kirche A, die Tauferinnerung aus der Kirche B, das Osterfeuer von der Gemeinde C“, erklärt Hagemann das Projekt. Die Gläubigen in Münster sollen über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus Gemeinschaft erfahren. Rund 150.000 Katholiken leben in der Stadt.

Das alles sei mit großen technischen Herausforderungen verbunden, sagt Hagemann. „Und eine neue Erfahrung für die Seelsorger.“ Nächstenliebe trotz Sicherheitsabstand, Verkündigung trotz Shutdown in den Gotteshäusern? „In allen großen Krisen in der Geschichte hat die Kirche versucht, Menschen zusammenzubringen, ihnen Heimat zu geben und Trost zu spenden“, sagt der Stadtdechant. Und genau das müsse auch in diesen Zeiten geschehen, „in denen viele in großer Sorge sind und mit der Besonderheit, dass wir mit den Menschen nicht direkt zusammenkommen können“.

Viele Ideen, den Glauben trotz Corona erlebbar zu machen

Schon jetzt sind auf der Homepage des Stadtdekanats Münster (www.kirchen-in-muenster.de) viele wichtige Informationen gebündelt.  Dort finden sich Kontaktdaten zu Kirchengemeinden, mit Infos über Notfallhandys und Gesprächszeiten. Es gebe auch viele Ideen dazu, Verkündigung, Seelsorge und die Spendung der Sakramente weiter zu ermöglichen, erklärt Hagemann. „Wie können wir geweihte Palmstöcke und das Osterlicht verteilen? Wie die Kommunion?“

Bei allen Ideen müssten aber die strengen Sicherheits- und Abstandsregeln gewährleistet sein. „Alle Ansammlungen von Menschen müssen verhindert werden.“ Auch Seelsorge-Gespräche per Telefon und Skype hält der Stadtdechant in Corona-Zeiten für unerlässlich. Doch nutzen die Leute das auch? „Ja“, sagt er. Er habe mit Menschen am Telefon gesprochen, die ihm seit Langem vertraut sind, und mit Anrufern, die er bisher noch gar nicht kannte. Zudem sei es wichtig, Alte und Kranke per Telefon aufzusuchen und nicht darauf zu warten, bis sie anrufen.