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Diskussion in Stapelfeld zur Teilhabe von Frauen an Diensten und Ämtern

Theologin Dorothea Sattler: „Synodaler Weg kann nicht mehr scheitern“

  • Die Münsteraner Theologieprofessorin Dorothea Sattler ist optimistisch, dass der Synodale Weg erfolgreich sein wird.
  • Bei einer Podiumsdiskussion in der Katholischen Akademie Stapelfeld sprach sie von einer großen Bereitschaft zu ergebnisoffenen theologischen Diskussionen.
  • Gemeinsam mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode steht Dorothea Sattler dem Forum 3 „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ vor.
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„Der Synodale Weg kann nicht mehr scheitern!“ Davon ist Dorothea Sattler überzeugt. Bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Mutter Kirche und ihre Töchter“ in der Katholischen Akademie Stapelfeld in Cloppenburg bezog sich die Münsteraner Professorin für Dogmatik und Ökumenische Theologie auf ihre Erfahrungen bei den bisherigen Sitzungen und erklärte: „Wir haben jetzt schon eine Offenheit erreicht, die es in dieser Form noch nie gegeben hat, und die ich in dieser Kürze nicht erwartet hätte“.

Gemeinsam mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode leitet Dorothea Sattler das Synodalforum 3 „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ und schwärmt geradezu: „Ich habe noch nie eine Zeit erlebt, in der mit einer so hohen Offenheit, ergebnisoffen und mit Bereitschaft zur theologischen Argumentation über die anstehenden Fragen gesprochen worden ist.“

Drei Referate zu „Mutter Kirche und ihre Töchter“

Wolfgang Vorwerk am Mikrofon.
Wolfgang Vorwerk (am Mikrofon) moderierte die Podiumsdiskussion nach den Impulsvorträgen. | Foto: Michael Rottmann

Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zu der Diskussion über Frauen und Ämter in der Kirche gekommen. Dorothea Sattler hielt das erste von drei Impulsreferaten. Die evangelische Theologin Andrea Strübind zeigte anschließend die Geschichte der Frauenordination in den evangelischen Kirchen auf. Die Direktorin des Instituts für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Oldenburg ist ebenfalls Mitglied im Forum 3 des Synodalen Wegs. Walburga Hoff, Professorin für Soziale Arbeit und Ethik an der Universität Vechta, sprach über die Bedeutung der Geschlechterrollen für die Entwicklung sozialer und pastoraler Berufe in der Kirche.

Dorothea Sattler legte in ihrem Referat unter anderem einige der theologischen Argumentationslinien des Forums 3 zur Möglichkeit einer Weihe von Frauen dar. Die Mitglieder seien der Auffassung, dass die Bibel dazu eine Auskunft gebe, etwa in den Berichten über Ostern, der „Mitte der Botschaft“.

Frauen seien von Gott berufen

Frauen seien von Gott berufen, diese Osterbotschaft zu verkündigen, etwa Maria von Magdala. Und auch später, in den paulinischen Gemeinden, gebe es Frauen, die in den Gemeinden verkündend tätig waren. „Auf sie berufen wir uns, wenn wir heute fragen: Was möchte Gott? Welche Berufung haben Frauen? Wie können wir das Evangelium heute leben?“

Dabei gehe es auch darum, mit Gegenargumenten umzugehen, etwa dem, dass Jesus schließlich ein Mann gewesen sei. Dorothea Sattler kann das jedoch nicht überzeugen. „Ich komme aus einer theologischen Tradition, die sagt, dass es auf die Menschwerdung ankommt.“ Die Frage, ob er als Mann oder Frau geboren ist, trete dahinter zurück.

KFD-Diözesanpräses: Die Richtung stimmt

Dorothea Sattler beim Referat.Dorothea Sattler bei ihrem Impulsreferat in Stapelfeld. | Foto: Michael Rottmann

Dorothea Sattler: „Menschen von heute kann man zutrauen, dass sie das, was Jesus Christus wollte, wiedererkennen im Handeln von Männern und Frauen, die sich einander zuwenden, die einander zuhören, die sich niederbeugen und aufmerksam sind. Wo das geschieht, gibt es Christusrepräsentation im tätigen Handeln und nicht auf dem Weg einer natürlichen Ähnlichkeit.“

Wie wichtig vielen Menschen Fortschritte in der Frauenfrage sind, machte die Diskussion im Anschluss deutlich. So sei der Einsatz für die Kirche in der Generation der Töchter nicht mehr selbstverständlich, warnte die oldenburgische Landesfrauenreferentin Mechtild Pille. „Unsere Töchter fragen: Darf ich, oder darf ich nicht? Und wenn ich nicht darf, gehe ich und verlasse die Kirche.“ Pfarrer Gerhard Theben, Diözesanfrauenseelsorger und KFD-Diözesanpräses im Bistum Münster, berichtete von Gesprächen mit Clemensschwestern in Münster, deren Spiritual er ist: „Auch sie sagen mir: Die Richtung stimmt. Dass man gebildete und selbstbewusste Frauen nicht länger draußen stehen lässt und abspeist, wie man das heute immer noch gerne tut.“

Gegner deutlich in der Minderheit

Eine Stimme aus dem Publikum fragte Dorothea Sattler gezielt nach möglichem Gegenwind: „Wie werden sich die Bischöfe verhalten? Welche Rolle spielt der Papst?“

Dorothea Sattler zeigte sich optimistisch: „In der Synodalversammlung sind diejenigen, die gegen die Teilhabe von Frauen an allen Diensten und Ämtern sind, deutlich in der Minderheit, auch unter den Bischöfen.“

„Franziskus ist sehr wach und hörbereit“

Auch in der Weltkirche nehme sie deutlich eine Bewegung wahr. Obwohl Prognosen schwierig blieben, sei sie sehr zuversichtlich, „dass sich die theologische Argumentation in Kürze durchsetzen wird, auch weltweit“.

Und der Papst? „Nach meiner Wahrnehmung ist Franziskus sehr wach und hörbereit“, sagte Sattler und zeigte sich optimistisch. „Er ist zwar in der Frage des Frauenbilds nicht auf unserer Seite. Aber nach meiner Einschätzung ist er bereit zu hören und zu lernen.“ Gerade die Internationalisierung der Diskussion helfe an dieser Stelle weiter. „Es wird nicht rasch gehen. Aber die Argumente sind das Entscheidende und der Weg, der zum Ziel führen wird.“

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