Hildesheimer Bischof besucht am Sonntag Halverde, den Heimatort der Seligen

Warum Bischof Heiner Wilmer die selige Schwester Euthymia verehrt

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Am Sonntag, 11. Oktober, kommt der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer nach Halverde, den Heimatort der seligen Schwester Maria Euthymia (1914-1955) am Nordrand des Kreises Steinfurt. Im Interview spricht Wilmer, der im Nachbarort Schapen aufgewachsen ist, über die Bedeutung der Seligen.

Herr Bischof, welche persönliche Beziehung haben Sie zu Euthymia?

Ich verehre Schwester Maria Euthymia seit meiner Kindheit, sie bedeutet mir sehr viel. In den nunmehr 40 Jahren meines Ordenslebens war ich fast jedes Jahr einmal an ihrem Grab.

Coronabedingt ist die Gottesdienstgemeinde am Sonntag in Halverde begrenzt, Euthymia selbst war in ihrem Leben immer wieder krank. Was kann sie einer Gesellschaft sagen, die mit wachsender Ungeduld mit einer Pandemie umgehen muss?

Ihre körperlichen Einschränkungen haben Schwester Maria Euthymia nicht davon abgehalten, ihren Blick auf den einzelnen Menschen zu richten, der Kummer hatte oder in Not gewesen ist. Sie hatte eine unerschütterliche Gottesliebe. Für sie stand fest, dass Gott sie gesandt hat, um ein Segen für andere zu sein. In dieser wunderbaren Aufgabe ist sie vollkommen aufgegangen. Insofern ist sie ein leuchtendes Beispiel dafür, wie wir während der Pandemie für uns und andere stark sein können. Ich denke, Schwester Maria Euthymia würde uns allen in der aktuellen Lage zu Geduld, Besonnenheit, Mitmenschlichkeit und Gottvertrauen raten.

Sie waren für Ihren Orden in Toronto, New York und Rom tätig, leiten jetzt das Bistum Hildesheim. Was bedeutet Ihnen Heimat?

Heimat ist für mich dort, wo ich voll und ganz in meiner Haut sein kann und mich wohlfühle. Natürlich ist Schapen im Emsland meine Heimat, wo ich aufgewachsen bin und viele meiner Verwandten heute noch leben. Heimat ist aber mehr als ein Ort. Es ist ein Zustand des Aufgehobenseins, der wesentlich von den Menschen mitgeprägt wird, die mir viel bedeuten. Ganz wesentlich ist ebenso mein Glaube, der das Dach über meiner Seele darstellt.

Der Bischofsbesuch in Halverde
Bischof Heiner Wilmer feiert am 11. Oktober um 10 Uhr Gottesdienst an der Kirche St. Peter und Paul. Um 14.30 Uhr ist ein Gebet entlang des Euthymia-Gedenkwegs vorgesehen. Informationen im Pfarrbüro unter Tel. 05457-1065 und E-Mail kirche-halverde(at)bistum-muenster.de.

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