Direktor Markus Oberdörster über Vorbereitungen von Gymnasium und Internat am Niederrhein

Wie sich die Gaesdonck auf die Wiedereröffnung vorbereitet

„Wir sind handlungsfähig und werden die Vorgaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung erfüllen“, sagt Markus Oberdörster, Direktor des Collegium Augustinianum Gaesdonck bei Goch am Niederrhein. Schulleitung und Lehrerkollegium planen nach seinen Angaben unter Hochdruck, wie der Beschluss von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) umgesetzt werden kann.

Zunächst werde organisiert, wie ab dem 23. April für die angehenden Abiturienten und die Zehntklässler die Angebote aussehen können, sagt Oberdörster. Ob die Gesamtsituation schon reif für diese Öffnung sei, könne er nicht beurteilen. „Ich bin kein Virologe!“, sagt er im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“.

„Wie schützen Schüler und Lehrer?“

Die Entscheidung der Schulministerin stellt die Schule vor organisatorische Herausforderungen. „Wie schützen wir die Schülerinnen und Schüler, wie die Lehrerinnen und Lehrer, vor allem die mit besonderem Risiko, und wie teilen wir die Klassen ein, um Ansteckungen zu verhindern?“, fragt sich Oberdörster. „Welche Vorkehrungen müssen wir treffe?. Viele Fragen sind noch nicht geklärt.“

Er und das Kollegium erwarten konkrete Vorgaben und Hinweise der Landesregierung. Oberdörster ist sich sicher, dass die Schule auch in zwei oder vier Wochen vor ähnlichen Herausforderungen gestanden hätte. „Unsere Aufgabe ist es, verantwortungsvoll den Unterricht zu organisieren“, so der Direktor. „Schüler und Lehrer müssen eine Kultur des Abstandwahrens und Händewaschens verinnerlichen. Das bekommen wir hin“, sagt er.

Gute Voraussetzungen für Abstandsregeln

Die Leitung der Gaesdonck: Markus Oberdörster (Direktor), Doris Mann (Schulleitung), Michael Gysbers (Internatsleiter)Die Leitung der Gaesdonck: Markus Oberdörster (Direktor), Doris Mann (Schulleitung), Michael Gysbers (Internatsleiter). | Foto: pd

Er ist sich sicher, dass auch Düsseldorf noch nicht auf alle Fragen eine Antwort hat. Oberdörster ist im Großen und Ganzen zufrieden mit den politischen Entscheidungen. Nach seiner Ansicht ist es wichtig, dass Bund und Länder trotz der föderalen Unterschiede nicht unterschiedliche Wege eingeschlagen haben. Auch in Bayern und NRW gebe es trotz der zeitlichen Differenzen eine gemeinsame Linie. Und ob die Schule zehn Tage früher oder später wieder öffnet, macht nach seiner Einschätzung keinen gravierenden Unterschied.

Als private bischöfliche Schule ist die Gaesdonck nach seinen Worten in einer vergleichbaren guten Lage. Der Campus sei räumlich großzügig und biete viele Möglichkeiten, den Abstand zu wahren. Auch die sanitären Anlagen sind nach seinen Angaben in einem guten Zustand. Was er besonders hervorhebt, ist die Kompetenz des Reinigungspersonals, das schon jetzt in die Planungen einbezogen wird. „Sie sind mit Engagement dabei“, sagt Oberdörster.

Internats-Rückkehrer kommen in Quarantäne

Intensiv sei man dabei, auch die Rückkehr der Internatsschüler vorzubereiten. Von den rund 100 Internatsschülerinnen und -schülern haben 25 auf der Gaesdonck die Osterferien verbracht. Zusätzlich kehren jetzt 50 zurück, die zunächst in kleinen Gruppen räumlich und auch von den bisher im Internat lebenden Schülern getrennt bleiben. „Zunächst werden sie fünf Tage in verschärfter Kontaktsperre unter strenger Beobachtung leben. Dann werden sie weitere zehn Tage isoliert, sodass man insgesamt auf 14 Tage Quarantäne kommt“, beschreibt Oberdörster das Verfahren.

„Es ist eine Frage der Disziplin“, mahnt der Direktor. Man nehme die Situation sehr ernst, sagt Oberdörster. Auch die Eltern dürften im Gegensatz zu den vergangenen Jahren nicht aus den Campus. „In den 170 Jahren der Gaesdonck ist bisher nur drei Mal der Unterricht ausgefallen: Während des Kulturkampfes, in Zeiten des Dritten Reiches und jetzt während der Corona-Krise“, sagt Oberdörster. Er ist zuversichtlich, dass die Schule auch diese Krise meistert.