NRW-Minister Laumann hofft auf mehr Ärzte im ländlichen Raum

Bischöfliche Schule Gaesdonck bereitet auf Medizin-Studium vor

„Advanced Class Medical Science“ heißt ein neues Projekt des Bischöflichen Gymnasiums Gaesdonck in Goch, das Schülerinnen und Schüler auf das Medizinstudium vorbereitet. „Ein „Angebot, das bundesweit einmalig ist“, sagt Markus Oberdörster, Direktor der Gaesdonck. Schirmherr ist NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Der Kurs verlangt den Mädchen und Jungen nach Aussage der Schulleitung einiges ab. 156 zusätzliche Unterrichtseinheiten, die in Kleingruppen durchgeführt werden, müssen die Schülerinnen und Schüler bewältigen. Unterrichtet werden sie in Themen wie Bewegungsapparat, Innere Organe, Hämatologie, Infektiologie, Gynäkologie, Urologie und Neurologie.

Lob von Minister Laumann

Schülerinnen und Schüler mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (2. v. r.), Schülerinnen und Schüler erläutern NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (2. v. r.), welche Inhalte im Unterricht zur Sprache kommen. | Foto: Jürgen Kappel

Das Programm soll nach Worten von Kursleiter Thorsten Kattelans bei der Entscheidung für ein Medizinstudium helfen, schließlich darauf vorbereiten und das Lernen erleichtern. Die jeweils vierstündigen Studientage werden alle 14 Tage unterrichtet. Jede Einheit wird von Medizinern begleitet. Fachlehrer der Gaesdonck ergänzen Stoff zu Anatomie, Biochemie und Naturwissenschaften. Am Ende der Einheiten stehen Prüfungen. Die medizinische Leitung hat Roman Stapelfeldt.

NRW-Minister Laumann lobt das Projekt: „Für die Schüler bedeutet die Teilnahme an dem ‚Medical Science‘ im schulischen Alltag eine große Anstrengung.“ Angesichts des Ärztemangels auf dem Land sei es gut, das Projekt genau dort anzusiedeln. Laumann bemängelte die ungleich Verteilung von Medizinern im städtischen und im ländlichen Raum.

Laumann: Es werden zu wenige Ärzte ausgebildet

Seinen Angaben zufolge bewerben sich in Nordrhein-Westfalen derzeit rund 20.000 junge Menschen auf  2.000 Studienplätze für Medizin. Er beklagte: „Es werden einfach zu wenige Ärzte ausgebildet. Wenn in der Vergangenheit 100 Ärzte die Versorgung gewährleisteten, benötigen wir heute 131, um die gleiche Arbeitsleistung zu erlangen“, so der Minister. Laumann kündigte die Gründung einer neuen medizinischen Fakultät in Bielefeld und den Ausbau der Fakultät in Witten-Herdecke an.

Zurzeit laufe zudem ein Bewerbungsverfahren, das nicht nur Abiturnoten berücksichtigt, sondern auch Kriterien wie Praktikum in der Pflege oder ein Jahr als Rettungssanitäter berücksichtigt. In diesen Verfahren würden 175 jungen Studenten in Gesprächen ausgewählt. Zehn Mal so viele hätten sich beworben. Wer einen Studienplatz bekomme, müsse sich verpflichten, Allgemeinmedizin zu studieren und mindestens zehn Jahre im ländlichen Raum zu arbeiten. „Wir haben die Hoffnung, dass die jungen Ärzte auch danach in der Region bleiben“, sagte Laumann.