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Erstmals gemeinsames Wort für Katholiken, Protestanten und Orthodoxe

Wort der drei großen Kirchen zu Corona: „Beistand, Trost und Hoffnung“

In der Corona-Krise rufen die großen christlichen Kirchen in Deutschland, Katholiken, Protestanten und Orthodoxe, zum Zusammenhalt auf. Erstmals äußern sich die drei Kirchen gemeinsam zu einer aktuellen Lage.

In der Corona-Krise rufen die großen christlichen Kirchen in Deutschland zum Zusammenhalt auf. Insbesondere die Schwachen treffe die Lage „mit aller Härte“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Orthodoxen Bischofskonferenz. Es ist das erste Mal, dass sich die drei Kirchen gemeinsam zu einer aktuellen Situation äußern.

Jede und jeder sei konkret betroffen, heißt es im Wort der Kirchen mit dem Titel „Beistand, Trost und Hoffnung“. „Wie alle unverschuldete Not, die über die menschliche Gemeinschaft kommt, so kennt auch diese Krise keine Gerechtigkeit.“ Da die Menschen momentan auf körperlichen Abstand achten müssten, dürften nicht zusätzlich Grenzen „in den Herzen hochgezogen werden“, mahnen die drei Vorsitzenden - Bischof Georg Bätzing, Bischof Heinrich Bedford-Strohm und Metropolit Augoustinos.

Jesus rufe den Menschen zu: „Fürchtet euch nicht!“

Die Kirchenvertreter zeigen sich überzeugt, dass Krankheiten keine göttliche Strafe seien. Sie gehörten vielmehr „zu unserer menschlichen Natur als verwundbare und zerbrechliche Wesen. Dennoch können Krankheiten und Krisen sehr wohl den Glauben an die Weisheit und Güte Gottes und auch an ihn selbst erschüttern.“

Auf existenzielle Fragen gebe es keine einfachen Antworten. Die Bischöfe verweisen jedoch auf den Glauben an die Auferstehung. Jesus rufe den Menschen zu: „Fürchtet euch nicht!“

Verzicht auf Gottesdienste notwendig

Bedauern äußern die Geistlichen über die Aussetzung öffentlicher Gottesdienste. „Gerade in schweren Zeiten ist es für uns Christen eigentlich unabdingbar, die Nähe Gottes zu suchen“. Der Verzicht sei jedoch notwendig. Es gelte, „die Pandemie so weit als irgend möglich einzugrenzen, deren schwerwiegende Auswirkungen wir alle persönlich zu spüren bekommen. Uns alle treffen Einschränkungen.“

Es sei unabdingbar, in dieser Zeit füreinander da zu sein und sich solidarisch zu zeigen - mit Kranken, mit Menschen, die durch die Krise in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet seien, und mit jenen, die Einsamkeit fürchteten, heißt es.

Dank an Ärzte, Pfleger und freiwillige Helfer

Die Kirchen erinnern zudem an Menschen in Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern: „Da hier Schutzmaßnahmen weitgehend fehlen, ist ihr Risiko zu erkranken sogar noch größer.“ Dank gelte Ärzten und Pflegekräften ebenso wie Freiwilligen, die Schwächere derzeit etwa mit Einkäufen unterstützten, so die Bischöfe.

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