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Sternberg: Neue Ansprechpartner nötig, „egal ob Mann oder Frau“

ZdK-Chef: Laien müssen machen, sonst wird Kirche nicht mehr sein

  • Einen massiven Wandel der katholischen Pfarreien in Deutschland erwartet ZdK-Präsident Thomas Sternberg.
  • „Unsere Laien werden ihre Kirche selber machen müssen oder sie wird nicht mehr sein“, sagte er.
  • Er äußerte sich auch zu Grenzen des Synodalen Wegs, zu verheirateten Priestern und zur Bedeutung von Pfarrbüros.
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Einen massiven Wandel der katholischen Pfarreien in Deutschland erwartet der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg. „Die Gemeinden werden sich künftig radikal verändern, indem die katholischen Gläubigen viel stärker ihre Dinge selbst in die Hand nehmen“, sagte er der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf. „Unsere Laien werden ihre Kirche selber machen müssen oder sie wird nicht mehr sein.“

Sternberg verwies auf stark sinkende Priesterzahlen. Künftig müsse es in den Gemeinden „neue Ansprechpartner, egal ob Mann oder Frau“, geben: „Die letzten hauptamtlichen Ankerpunkte katholischen Lebens sind die Gemeindebüros, und die werden gerade im Erzbistum Köln flächendeckend abgeschafft“, kritisierte er. „Auch das trägt zu der nach meiner Wahrnehmung großen Verbitterung im Erzbistum Köln bei.“ Auf die Bedeutung von Pfarrbüros hatte Sternberg bereits 2019 in „Kirche+Leben“ hingewiesen.

„Es wird in der Kirche zu mehr Vielfalt kommen müssen“

Beim Synodalen Weg in Deutschland sieht der ZdK-Präsident klare Grenzen: Es werde Beschlüsse geben, „die auf keinen Fall alle in Deutschland umgesetzt werden können“. Wieviel Pluralität in der Weltkirche möglich und wieviel Einheit nötig sei, darüber werde man diskutieren.

Es werde zu mehr Vielfalt kommen müssen, auch, weil die Weltkirche nicht mehr allein von Europa repräsentiert werde. „Aber viele Fragen werden nicht in Deutschland beantwortet werden können, schon deshalb, weil niemand eine Nationalkirche will.“

„Warum fragt kein deutscher Bischof wegen verheirateter Priester an?“

Sternberg sieht dennoch Chancen auf Veränderungen. „Ich habe mich oft gefragt, warum in Deutschland kein Bischof den Vorstoß macht, zu fragen, ob er nicht verheiratete Männer zu Priestern weihen kann“, sagte er. „Zumal wir in Deutschland ja etliche verheiratete Priester mit Familien bereits haben – etwa Konvertierte aus der anglikanischen oder evangelischen Kirche.“

Der ZdK-Präsident äußerte sich auch zum jüngsten Interview des emeritierten Papstes Benedikt XVI. Joseph Ratzinger habe als Bischof selbst an einer zentralistischen Orientierung der Bistumsleitungen an Konzernführungen mitgewirkt, so Sternberg. „An der Einführung einer Kirche, die aus dem Glauben ihrer Glieder von unten lebt, gibt es in Deutschland viel zu tun.“ Generell frage er sich allerdings, ob Emeriti sich nicht besser „nicht zu Themen äußern, die früher in ihrem Verantwortungsbereich lagen“.

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