Mit klarer Abgrenzung zur kirchlichen Ehe

ZdK-Präsident Sternberg für Segnung homosexueller Paare

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat seinen Ruf nach einer kirchlichen Segnung von schwulen und lesbischen Paaren erneuert. „Es muss aber eine klare Abgrenzung zu einer Ehe geben“, betonte ZdK-Präsident Thomas Sternberg in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Und wenn eine Segnung vorgenommen wird, ist es meiner Meinung nach wichtig, dass es nicht auf spektakuläre Art und Weise geschieht.“ Das Thema „im Grundsatz weiterzuentwickeln“ und so etwas wie eine offizielle Leitlinie zu erarbeiten sei Aufgabe der Deutschen Bischofskonferenz.

Nach katholischer Lehre kann es das Sakrament der Ehe nur zwischen Mann und Frau geben. Um das unmissverständlich deutlich zu machen, lehnen die katholischen Bischöfe bisher nicht nur Trauungen, sondern auch gemeinsame Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartner ab.

Bischof Bode: „Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter“

Das ZdK ist das höchste repräsentative Gremium des deutschen Laien-Katholizismus.

Anfang des Jahres hatte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode eine Debatte angeregt. „Man kann zum Beispiel über eine Segnung nachdenken - die nicht zu verwechseln ist mit einer Trauung“, sagte Bode in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir müssen in der Kirche ausführlicher darüber diskutieren. Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter und verunsichert.“

Innerhalb der evangelischen Landeskirchen in Deutschland ist die Beschlusslage zum Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren unterschiedlich: Während etwa die Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau oder im Rheinland Traugottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare ermöglicht, lehnt die württembergische Landeskirche Segnungen ab.