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Gast-Kommentar von Thomas Schüller zur Nächstenliebe in schweren Zeiten

An der Seite der Notleidenden - zur Solidarität nach der Flutkatastrophe

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Die Hochwasserkatastrophe hat viele Existenzen in kürzester Zeit ausgelöscht. Gleichzeitig hat die Flut schier unendliche Solidarität entfesselt. Von einem Lichtstrahl der Hoffnung spricht Thomas Schüller in seinem Gast-Kommentar.

Die Bilder von der Hochwasserkatastrophe an vielen Orten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz werden noch lange in Erinnerung bleiben. Menschen stehen vor dem Nichts ihrer privaten und beruflichen Existenz. Lebens­träume sind in einer Nacht zerplatzt.

Und dann das: Nachbarn, Freunde und Freundinnen, Verwandte, aber auch unbekannte Helfer und Helferinnen aus allen Ecken Deutschlands machen sich auf den Weg, um selbstlos zu helfen. Packen an beim Beseitigen des zerstörten Hab und Gutes, beim Säubern der Häuser und Wohnungen, spenden dringend benötigte Dinge wie Lampen, Trinkwasser, Schaufeln und Gasbehälter, weil an vielen Orten die Grundversorgung noch nicht wieder gewährleistet ist.

Praktizierte Nächstenliebe und Menschlichkeit

Der Autor
Thomas Schüller, geboren 1961 in Köln, ist Direktor des Instituts für Kanonisches Recht an der Westfälischen Wilhelms-Universität, vorher bis 2009 lange Jahre im Dienst des Bistums Limburg, unter anderem als Persönlicher Referent von Bischof Franz Kamphaus.

Und: hören zu, trösten, stehen an der Seite derer, die alles verloren haben. Gelebte Solidarität, praktizierte Nächstenliebe, Menschlichkeit dort, wo das Klima und das, was wir mit ihm gemacht haben, aus dem Takt gekommen ist und in vielen Ecken der Welt verrückt spielt.

Die Generation meiner hochbetagten Mutter kennt diese Geschichten gelebter Solidarität aus den bitteren Tagen des Krieges, der Entbehrung und des Verlustes von Heimat und der eigenen Existenz. „Not lehrt beten“, so habe man viele schreckliche Tage und Wochen überlebt.

Dies mag die eine Seite solch umstürzender Erfahrungen sein, und das Wort der Schrift kann Trost spenden. Not weckt aber auch anscheinend die in vielen Menschen schlummernde Kraft, dem Nächsten absichtslos beizustehen und praktizierte Nächstenliebe in Wort und Tat zu leben.

Nur die Liebe zählt

Die christlichen Kirchen sind mitten drin in dieser großen Bewegung der Humanität, stellen wie beispielsweise in den Bistümern Münster oder Essen Geld zur Verfügung, um die größte Not zu lindern und öffnen Türe und Tore, um Gestrandeten ein Dach über dem Kopf zu geben. Und sind damit wie die vielen unbekannten Helfer in der Herzkammer der jesuanischen Botschaft von der Nächstenliebe: ohne Ansehen der Person dem Nächsten in der Not beizustehen.

In solchen Momenten spürt man vielleicht sehr genau, was wirklich im Leben und im Glauben zählt: den Nackten zu bekleiden, die Trauernden zu trös­ten, vor allem die, die geliebte Menschen verloren haben.

Gelebte Solidarität im Sommer 2021: ein Lichtstrahl der Hoffnung in schweren Zeiten und bleibender Auftrag an alle Menschen guten Willens. Nur die Liebe zählt.

Die Positionen der Gast-Kommentare spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von "Kirche-und-Leben.de" wider.

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