Es gehe um Fragen der Amtshaftung einer Institution für Mitarbeitende

Claus: Schadenersatzklage gegen Erzbistum Köln „ungeheuer wichtig“

  • Die Schadenersatzklage eines Missbrauchsopfers gegen das Erzbistum Köln ist nach Einschätzung der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Kerstin Claus, von grundlegender Bedeutung.
  • "Diese Klage ist ungeheuer wichtig, auch wenn der Rechtsweg sehr langwierig werden dürfte", sagte Claus dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
  • Es gehe um sehr grundlegende Rechtsfragen, nämlich die Amtshaftung einer Institution für ihre Beschäftigten.

Anzeige

Die Schadenersatzklage eines Missbrauchsopfers gegen das Erzbistum Köln ist nach Einschätzung der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Kerstin Claus, von grundlegender Bedeutung. "Diese Klage ist ungeheuer wichtig, auch wenn der Rechtsweg sehr langwierig werden dürfte", sagte Claus dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Es gehe um sehr grundlegende Rechtsfragen, nämlich die Amtshaftung einer Institution für ihre Beschäftigten.

Wegen langjährigen sexuellen Missbrauchs durch einen Priester verklagt der Betroffene das Erzbistum Köln auf 725.000 Euro Schmerzensgeld. Der Fall ist ungewöhnlich, da der beschuldigte Geistliche bereits tot ist und die Taten aus juristischer Sicht verjährt sind. Dass eine Klage dennoch möglich ist, begründet der Kläger-Anwalt mit der sogenannten Amtshaftung der Kirche als öffentlich-rechtliche Institution.

Beruft sich Köln auf die Verjährung?

Claus schätzt die Erfolgsaussichten des Klägers als gut ein, weil "in diesem konkreten Fall kein Tatnachweis mehr erforderlich" sei. Der Priester habe die Taten vor seinem Tod zugegeben. Aktuell sehe es danach aus, dass sich das Erzbistum nicht auf die Verjährung der Taten im Zivilrecht beruft.

"Ich begrüße das sehr", sagte die Missbrauchsbeauftragte. "Wenn es dabei bliebe, würde das bedeuten: Auch die Kirche hat verstanden, dass es Rechtsklarheit über Amtspflichten und Amtshaftung braucht." In Zukunft könne sich das auf Vorkehrungen auswirken, die eine Institution zur Verhinderung von Missbrauch in ihrem Bereich trifft.