Familie organisiert Reise nach Köln

Darum demonstriert Dülmener Ehepaar beim „Marsch für das Leben“

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Seit mehreren Jahren wird in Berlin in einem „Marsch für das Leben“ für den Schutz des ungeborenen Lebens und gegen Abtreibung demonstriert, in diesem Jahr zeitgleich auch in Köln. Dorthin fährt am 16. September die Familie Fuchs aus Dülmen, um ein Zeichen zu setzen für die Würde jedes menschlichen Lebens.

Ein öffentliches Zeichen für den Schutz des ungeborenen Lebens setzen und an die Würde eines jeden Menschen erinnern wollen Petra und Achim Fuchs aus Dülmen (Kreis Coesfeld). Das Ehepaar organisiert eine Busfahrt zum sogenannten „Marsch für das Leben“, der seit mehreren Jahren vom Bundesverband Lebensrecht veranstaltet wird.

Am „Marsch für das Leben“, der in diesem Jahr am 16. September veranstaltet wird, werden am Brandenburger Tor in Berlin mehrere Tausend Teilnehmende erwartet. In diesem Jahr ist ein weiterer „Marsch für das Leben“ zeitgleich auch in Köln am Heumarkt geplant, zu dem mehrere Hundert Lebensschützer erwartet werden. Familie Fuchs organisiert eine Busfahrt dorthin. Bisher 20 Anmeldungen aus Dülmen, Haltern und weiteren Orten des Münsterlands gibt es für diese Fahrt, die vom Dülmener Pfarrer Markus Trautmann begleitet wird.

Fuchs: Mehr Hilfe für Frauen nötig

„Gerade in Zeiten, in denen der Schutz des ungeborenen Lebens und des gehandicapten Lebens immer wieder infrage gestellt wird, möchten wir für eine Kultur des Lebens öffentlich einstehen“, sagt Petra Fuchs. Jeder Mensch habe ein Recht auf Leben, auch die „ungeborenen Kinder, für die auch der Staat und Gesellschaft verantwortlich“ seien.

Die 53-Jährige arbeitet im Wohngruppenbereich des Anna-Katharinenstifts in Dülmen-Karthaus, in dem 350 erwachsenen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen leben. Für sie steht ein „Ja zum Leben“ außer Frage: „Wir brauchen einen verbesserten Lebensschutz. Dazu benötigen wir mehr Hilfe für Frauen im Schwangerschaftskonflikt. Wir möchten Frauen helfen, die in eine schwierige Situation gekommen sind.“

Ehepaar erstmals bei „Marsch für das Leben“

Auch Achim Fuchs möchte, dass Frauen im Schwangerschaftskonflikt umfassend informiert werden – auch über die Konsequenzen von Abtreibungen. „Viele Frauen, aber auch Männer leiden ein Leben lang darunter. Sie bereuen ihre Entscheidung, die eine endgültige ist. Deshalb lehnen wir auch eine Werbung für Schwangerschaftsabbrüche ab“, sagt der 57-jährige Dülmener.

Petra und Achim Fuchs nehmen erstmals an einem „Marsch für das Leben“ teil. Etwa zwei Kilometer lang ist der Weg durch die Kölner Innenstadt, den sie mit Gleichgesinnten und begleitet von Polizeikräften gehen werden. Das Ehepaar weiß auch, dass lautstarke Gegendemonstranten alles versuchen werden, den Marsch zu stoppen und ihn mit Trillerpfeifen und dröhnender Musik zu stören.

Petra Fuchs: Wir sind Demokraten, keine Rechten

Petra und Achim Fuchs, hier bei einem Besuch des Heiligtums von Fatima in Portugal, engagieren sich für den Schutz des ungeborenen Lebens. | Foto: privat
Petra und Achim Fuchs, hier bei einem Besuch des Heiligtums von Fatima in Portugal, engagieren sich für den Schutz des ungeborenen Lebens. | Foto: privat

Der Protest gegen den „Marsch für das Leben“ ist der Familie Fuchs durch zahlreiche Videos im Internet bekannt. „Wir möchten uns nicht provozieren lassen“, sagt Petra Fuchs. Den Vorwurf, der Marsch werde durch Rechtsextremisten unterwandert oder sei selbst ein Bekenntnis rechtsextremer Gesinnung, weist sie zurück: „Wir sind keine Rechten, auch wenn das von einigen behauptet wird. Wir sind Demokraten, die zeigen, wie wertvoll das Leben ist“, sagt sie.

Dass vielleicht auch Rechtsextreme mitliefen und den Marsch für sich instrumentalisierten, sei nicht immer zu verhindern, wie ebenso die Vorfälle, wenn Gegendemonstranten sich unter die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mischten, um besonders die anwesenden Priester mit Sätzen wie „Hätte Maria abgetrieben, wäret ihr uns erspart geblieben“ zu provozieren und eine aggressive Stimmung zu erzeugen.

Beratung für Schwangere in Not

Über das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“, das regelmäßig zu den Gegendemonstrationen und Protestaktionen gegen den „Marsch für das Leben“ aufruft, sagt Petra Fuchs: „Ich kenne dessen Meinung. Und ich würde mich freuen, wenn die Gegendemonstranten erkennen, wie wertvoll und schön das Leben ist.“

Petra und Achim Fuchs unterstützen die Beratungsstelle für Schwangere in Not „Pro Femina“ der Lebensrechtsinitiative „1000plus“. Der Verein hilft mit Geld, bei der Wohnungssuche und bei der Betreuung des Kindes. Er will Schwangere ermutigen, das Kind zu bekommen.

Engagement gründet in katholischer Grundhaltung

Ihr Engagement begründet die Familie mit ihrer katholischen Grundhaltung. Sie nimmt am kirchlichen Leben der Pfarrei teil und besucht gern Marienwallfahrtsorte, auch im Ausland liegende wie Fatima in Portugal und Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. Seit vielen Jahren unterstützen Petra und Achim Fuchs mit der „Mission Hiddingsel“ das von Ordensschwestern geleitete Waisenhaus in Fatundu im Kongo. Zusammen mit dem Verein Maria Euthymia Hilfsaktionen aus Darfeld wird dort Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen eine Schulausbildung ermöglicht.

Ihren Einsatz für den Lebensschutz sehen Petra und Achim Fuchs nicht in der Verurteilung anderer, sondern in der Hilfe für andere. „Wenn wir nur ein Kind retten, dann haben wir schon Großartiges und Einzigartiges geleistet“, sagen sie.

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