Anzeige
Komm in den Login KLup
___STEADY_PAYWALL___

Diakone im Bistum Münster über ihren Dienst zwischen Kirchenfrust und Hoffnung

Diakone in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen, Herr Richter?

Anzeige

Auch die Diakone im Bistum Münster bekommen die Kirchenkrise zu spüren. Wie geht es ihnen damit? Das haben wir sieben von ihnen gefragt. Ihre Antworten präsentiert „Kirche-und-Leben.de“ in dieser Woche, bevor am Sonntag neue Ständige Diakone von Bischof Felix Genn geweiht werden. Diesmal: Christoph Richter aus Nordenham.

Wie gehen Sie damit um, Kirchenfrust und -wut ganz persönlich abzubekommen?

Im Gespräch
Christoph Richter ist Ständiger Diakon in Nordenham.
Christoph Richter ist Ständiger Diakon in Nordenham.

Zuhören, Aushalten, Mitgehen und Perspektive geben. Ein Vierschritt, der mich in meinem Dienst am und mit den Menschen schon oft getragen hat. Gern höre ich meinem Gegenüber zu, schenke ihm ein offenes Ohr und Zeit. Mein Mitmensch kocht vielleicht vor Wut oder Ärger, doch das hörende Ohr und meine Zeit lassen ihn ruhiger werden. Hier gilt es auszuhalten, das Thematisierte nicht persönlich zu nehmen, mich als Zielscheibe zu verstehen. Auch ich gehe in einigen Dingen sicher konform mit den Dingen, daher gegebenenfalls mitgehen, oder eben auch Sachverhalte ins rechte Licht rücken, wenn Inhalte nicht richtig dargelegt sind. Und dann noch eine Perspektive geben, wie zum Beispiel diese, die ich gern mit auf den Weg gebe: Lebe das vom Evangelium, was du verstanden hast, und sei es noch so wenig, aber lebe es (Frère Roger Schütz).

Was bedeutet es für Sie, in dieser Zeit Ständiger Diakon zu sein?

Egal, wo ich bin: am Nordseestrand, in meiner Pfarrei, in den Angeboten unserer Urlauberkirche in Butjadingen, in den täglichen Begegnungen mit Menschen der Pfarrei und den Urlaubern hier vor Ort, im Familienleben und dort, wo ich meine Freizeit gestalte, kann ich immer wieder Vorbild geben, mit dem, wie ich meinen christlichen Alltag gestalte, an was ich glaube, und wo auch für mich Oasen sind für Zeiten, wo (Glaubens-)Dürre herrscht. Ich verstehe mich als offener, ansprechbarer und hilfsbereiter Christ, wo ich meinen diakonalen Dienst nicht nur als Werkzeug sehe, sondern als Berufung und gelebten Glauben erlebe.

Was macht Ihnen Hoffnung?

Diakonenweihe
Kirche-und-Leben.de überträgt die Weihe der Ständigen Diakone aus dem St.-Paulus-Dom am Sonntag, 21. November, ab 14:30 Uhr live.

Die Botschaft vom Leben und Wirken Jesu lässt sich so gut in den Alltag eines Jeden übertragen, dass alleine das Gutsein zu den Menschen für viele mehr ist als nur ein kleines Gespräch am Rande des Alltags. Wie oft erlebe ich in unserer Touristenseelsorge, dass die kleine gute Erfahrung mit Kirche am Strand oder hier vor Ort im Urlaub so viel bei den Menschen bewirkt, dass das ein Zeichen der Hoffnung ist, dass Jesu Botschaft, Werk und Wirken nicht verloren geht.

Drucken
Anzeige