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Diakone im Bistum Münster über ihren Dienst zwischen Kirchenfrust und Hoffnung

Diakone in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen, Herr Schober?

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Auch die Diakone im Bistum Münster bekommen die Kirchenkrise zu spüren. Wie geht es ihnen damit? Das haben wir sieben von ihnen gefragt. Ihre Antworten präsentiert „Kirche-und-Leben.de“ in dieser Woche, bevor am Sonntag neue Ständige Diakone von Bischof Felix Genn geweiht werden. Diesmal: Otmar Schober aus Münster.

Wie gehen Sie damit um, Kirchenfrust und -wut ganz persönlich abzubekommen?

Im Gespräch
Otmar Schober ist Ständiger Diakon in Münster.
Otmar Schober ist Ständiger Diakon in Münster.

Der Kirche verdanke ich sehr viel, sie ist Teil meiner Heimat. Die aktuellen Umstände und Herausforderungen der Kirche waren schon vor meinem Dienst als Diakon bekannt oder zumindest absehbar. Gleichwohl ist es neben der rationalen Wahrnehmung immer noch ein Schritt, ein Schock, wenn die aktuellen Umstände persönlich erlebt werden und eintreten. Es erstaunt, wenn etwa von Charismen gesprochen wird, diese aber bei Einzelnen nicht abgerufen werden. Gleichzeitig bedürfen Menschen ohne sichtbares Charisma mit ihren wertvollen Beiträgen für den Nächsten des Respekts und der Unterstützung. Eine Grundvoraussetzung ist das Vertrauen, dessen Kultur in der Kirche zu wenig gepflegt wird. Persönlich bin ich mit und bei Nächsten engagiert. Das ist eine wichtige und erfüllende Aufgabe, gleichzeitig ist es ein Geschenk.

Was bedeutet es für Sie, in dieser Zeit Ständiger Diakon zu sein?

Meine persönliche Situation hat sich seit der Weihe 2015 wenig geändert. So beschränke ich mich darauf, in meiner Umgebung Zeuge zu sein. Neben persönlichen Gesprächen sind das insbesondere Dienste, wie Predigten und Trauergespräche vor Wortgottesdiensten bei Beerdigungen. In meiner familiären und sozialen Situation bin ich wegen meines beruflichen Weges vor dem Diakonat immer wieder eine Überraschung.

Was macht Ihnen Hoffnung?

Diakonenweihe
Kirche-und-Leben.de überträgt die Weihe der Ständigen Diakone aus dem St.-Paulus-Dom am Sonntag, 21. November, ab 14:30 Uhr live.

Der Hl. Geist, die Geschichte der Kirche, die vielen engagierten Gläubigen in den Gemeinden. In der Tat fällt es schwer, aktuell weitere Hoffnung spendende Dinge zu benennen. Die Kirche hat immer gelebt von und durch Zeugen, von Anfang an. Auch heute gibt es auf allen Ebenen Menschen, die Vorbilder sind, Frauen und Männer: Ordensschwestern wie Sr. Katharina Kluitmann, Geistliche wie Bischof Heiner Wilmer und Laien wie Thomas Sternberg.

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