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Diakone im Bistum Münster über ihren Dienst zwischen Kirchenfrust und Hoffnung

Diakone in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen, Herr Wellenkötter?

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Auch die Diakone im Bistum Münster bekommen die Kirchenkrise zu spüren. Wie geht es ihnen damit? Das haben wir sieben von ihnen gefragt. Ihre Antworten präsentiert „Kirche-und-Leben.de“ in dieser Woche, bevor am Sonntag neue Ständige Diakone von Bischof Felix Genn geweiht werden. Diesmal: Thorsten Wellenkötter aus Billerbeck.

Wie gehen Sie damit um, Kirchenfrust und -wut ganz persönlich abzubekommen?

Im Gespräch
Thorsten Wellenkötter ist Ständiger Diakon in Billerbeck.
Thorsten Wellenkötter ist Ständiger Diakon in Billerbeck.

Da mir die Kirche ja selbst sehr am Herzen liegt, stehe ich persönlich mittendrin in diesem Frust, in der Enttäuschung, aber auch in der Hoffnung, dass die Botschaft besser und größer ist als ihr momentaner Ruf. In den meisten Begegnungen unterscheiden die Menschen doch sehr klar zwischen dem, wie sich unsere Kirche in der Öffentlichkeit darstellt, und wie sie das christliche Miteinander vor Ort und in ihren Gemeinden wahrnehmen. Unseren pastoralen Diensten wird dennoch oft auch großes Wohlwollen und Vertrauen entgegengebracht. Mich sorgt eher, dass die ‚versöhnliche Mitte‘ zwischen den Extremen in unserer Kirche scheinbar immer kleiner wird, denn hier möchte ich mich gerne verorten.

Was bedeutet es für Sie, in dieser Zeit Ständiger Diakon zu sein?

Bei unserer Diakonweihe vor vier Jahren haben wir uns im Kurs für ein beeindruckendes Bild auf der Einladungskarte entschieden. Es trägt den Titel ‚Dem Evangelium (D)ein Gesicht geben‘. Das hat sich für mich in der vergangenen Zeit immer mehr gefüllt: Wir prägen diesen Dienst und dieses Amt mit unserer Art Christsein zu leben. Caritatives Engagement, (Glaubens-)Gespräche über ‚Gott und die Welt‘, Vorbereitungen auf christliche Feste und die Feier von Gottesdiensten macht zumeist viel Freude und bereichert meinen Lebensalltag, ganz unabhängig vom gegenwärtigen Zeitgeist!

Was macht Ihnen Hoffnung?

Diakonenweihe
Kirche-und-Leben.de überträgt die Weihe der Ständigen Diakone aus dem St.-Paulus-Dom am Sonntag, 21. November, ab 14:30 Uhr live.

Jesus hat uns gesagt: ‚Ich bin bei Euch!‘ – das gilt doch auch heute für unsere Zeit und macht mir Hoffnung. Wenn selbst der Papst in Rom in einem weltweiten synodalen Weg fragt, was uns hilft und hindert in heutiger Zeit Christsein zu leben, dann macht mir das Hoffnung; zugegeben etwas getrübt wird die Hoffnung, wenn ich lese, wie kompliziert und innerkirchlich die Fragen dazu formuliert sind – vielleicht hilft da der deutsche synodale Weg! Deshalb kann ich auch heute noch sagen: Diakon zu sein, ist eine sehr erfüllende Aufgabe!

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