Kündigung von Verträgen auch für Klienten denkbar

Diakonie: Mit Rechtspopulisten nicht zusammenarbeiten

Die Diakonie hat Empfehlungen zum Umgang der eigenen Einrichtungen mit Rechtspopulisten veröffentlicht. Zentrale Leitlinien sind, sich nicht provozieren zu lassen, die eigene Haltung unmissverständlich zu äußern und klare Grenzen zu ziehen. Konsequenzen bis zur Kündigung von Mitarbeitern oder die Auflösung von Verträgen mit Klienten sind für den evangelischen Wohlfahrtsverband nicht tabu.

Die Einrichtungen der Diakonie versorgen bundesweit rund zehn Millionen Menschen. Die Broschüre wendet sich an alle Beschäftigten und Leitungsorgane des Verbandes, der rund eine halbe Million Haupt- und 700.000 Ehrenamtliche beschäftigt.

Warnung vor Instrumentalisierung durch AfD

Pauschale Antworten auf die Herausforderungen durch den Rechtspopulismus gebe es nicht, sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Wo immer möglich solle die Diakonie Skandalisierungen aus dem rechten Lager mit Sachlichkeit und Fakten begegnen, heißt es in dem Papier. Es sei darauf zu achten, dass Diakonie-Angehörige nicht von AfD-Politikern für deren Öffentlichkeitswirksamkeit instrumentalisiert würden.

Für die Arbeit mit Klienten, Angehörigen und für den Umgang mit eigenen Mitarbeitern besteht die Diakonie auf klare Grenzen zum Rechtspopulismus. Problematische Vorgänge dürften nicht heruntergespielt werden. Kein Patient, Klient, Angehöriger oder Mitarbeiter habe das Recht, rassistische, antisemitische oder diskriminierende Verhaltensweisen an den Tag zu legen oder sich entsprechend zu äußern.

Spenden von Rechts ablehnen

Haltung zeigen und den Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden zu fördern, lauten die Empfehlungen für die Einrichtungen. Die Leitungen sollen Beschäftigte darin unterstützen, im Umgang mit rechten Positionen Sicherheit zu gewinnen. Das gelte auch für das Verhalten in den sozialen Medien. Kritik müsse man aber aushalten, so die Empfehlung.

Im Hinblick auf unerwünschte Spenden von Rechtsaußen empfiehlt die Diakonie die Ablehnung. Ein Hilfswerk dürfe eine Spende annehmen, müsse es aber nicht. Ende 2017 hatte die Ablehnung einer AfD-Spende an eine Tafel für Bedürftige durch die Diakonie Mitteldeutschland für Diskussionen gesorgt.