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„Mein Denkmal und ich“ (1) - Glaubensorte im Bistum Münster und die Geschichte dahinter

Die Josef-Kapelle in Mehrhoog und Udo Scholz

Wegekreuze, kleine Kapellen, private Heiligenhäuschen: Sie prägen die Landschaft des Bistums Münster. Jeder dieser besonderen Glaubensorte hat eine meist sehr persönliche Geschichte - und Menschen, die sie hegen und pflegen. Davon erzählt unsere Serie "Mein Denkmal und ich". Diesmal: die Josef-Kapelle in Mehrhoog und Udo Scholz.

Sie steht noch nicht sehr lange da, die Josef-Kapelle im Hamminkelner Ortsteil Mehrhoog. Erst 1991 hat der Pfarrer der Kirchengemeinde Maria Frieden, Heinz Schulz, die kleine Flurkapelle an der Halderner Straße gesegnet.

Die damals sehr mitgliederstarke Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Ort hatte sich einen Platz für ihren Schutzpatron gewünscht, den heiligen Josef, der in der Bibel als gerecht charakterisiert wird. Auch die KAB setzt sich für Gerechtigkeit ein, besonders für Gerechtigkeit in der Arbeitswelt. Alle Mitglieder im Ort packten mit an und erstellten in kompletter Eigenleistung das kleine Heiligenhaus, vom Fundament bis zum Spitzdach. Mit Geldspenden wurde das Projekt unterstützt.

Die zentrale Figur, die sofort den Blick des Besuchers auf sich zieht, ist die des heiligen Josef. Die rund 90 Zentimeter hohe, schlicht gehaltene Skulptur wurde von dem Hamminkelner Steinmetz Peter Dopp aus einem Stein gemeißelt. Rechts und links neben dem heiligen Josef schmücken Blumenschalen, platziert auf zwei steinernen Platten, und eine Kerze auf einem schlichten Kerzenständer den kleinen Raum.

Treffpunkt der Mitglieder

Buchtipp:
60 Bildstöcke, 60 persönliche Geschichten im Münsterland, im Oldenburger Land und am Niederrhein
Mein Denkmal und ich
Hardcover | 140 Seiten | 2,- Euro
ISBN 978-3-941462-30-4
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Eine großzügige, mit Blumen und Sträuchern bepflanzte Grünfläche umgibt die kleine Kapelle auf Kirchengrund. Eine Bank lädt zum Verweilen ein, Birken- und Ahornbäume spenden Schatten.

Und wer pflegt das alles? Es sind Udo Scholz (70) und seine Frau Brigitte, beide aktive KAB-Mitglieder, die sich seit zehn Jahren regelmäßig um die Josef-Kapelle kümmern, die zuvor von Herbert Heidermann betreut wurde. Und das aus Pflichtgefühl.

Ein lebendiger Sammelplatz

„Es finden regelmäßig Andachten statt, am 19. März, dem Namensfest des heiligen Josef, und am 1. Mai“, erklärt Udo Scholz. „In der Karwoche wird der Kreuzweg gebetet. Spaziergänger und Fahrradfahrer machen Rast auf der Bank, und manchmal wird ein Gebet gesprochen. Es ist der Treffpunkt für alle in der KAB. Ein lebendiger Sammelplatz, der selbstverständlich von uns gepflegt wird.“

Der ehemalige Technische Redakteur in einem Großkonzern fährt ehrenamtlich den Bürgerbus, kümmert sich um die Pflege des Denkmals und ist Kollektant in seiner Gemeinde. Sein Anliegen formuliert Udo Scholz so: „Ich wünsche mir einen Nachfolger, der mit mir gemeinsam Josef in Ehren hält.“

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