„Mein Denkmal und ich“ (7) - Glaubensorte im Bistum Münster und die Geschichte dahinter

Der Aloysius-Bildstock in Münster-Nienberge und Willy Schmelting

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Wegekreuze, kleine Kapellen, private Heiligenhäuschen: Sie prägen die Landschaft des Bistums Münster. Jeder dieser besonderen Glaubensorte hat eine meist sehr persönliche Geschichte - und Menschen, die sie hegen und pflegen. Davon erzählt unsere Serie "Mein Denkmal und ich". Diesmal: der Aloysius-Bildstock in Münster-Nienberge und Willy Schmelting.

Viele Schützenvereine und Schützenbruderschaften haben einen Schutzpatron, an den bei festlichen Gelegenheiten besonders gedacht wird. Die Schützenbruderschaft St. Aloysius Nienberge-Häger-Uhlenbrock in Münster-­Nienberge ehrt ihren Schutzpatron sogar mit einem Bildstock. Das ist selten.

Die Idee entstand im Vorfeld des 25-jährigen Jubiläums der Bruderschaft im Jahr 1987. Die Geschichte dazu reicht noch einige Jahre weiter zurück: Eine holzgeschnitzte Figur des jugendlichen Aloysius, der im 16. Jahrhundert lebte und aus einem italienischen Adelsgeschlecht stammte, zierte beim jährlichen Schützenfest-Gottesdienst den Altar. Die Figur hatten Jugendliche dem damaligen Pfarrer Carl Neuendorff zum Abschied von seiner ersten Kaplanstelle geschenkt. Der Pfarrer stellte sie der Bruderschaft zur Verfügung. Die Schützen wollten ihren Schutzpatron aber nicht nur zum Gottesdienst, sondern das ganze Jahr hindurch zeigen.

Ehrenamtliche mauerten den Bildstock

Der Vorstand beauftragte deshalb seinen langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden Willy Schmelting, der für sein vielfältiges Engagement im Ortsteil und darüber hinaus bekannt ist, mit der Realisierung des Bildstocks. Das Vorhaben stieß auf große Resonanz.

Buchtipp:
60 Bildstöcke, 60 persönliche Geschichten im Münsterland, im Oldenburger Land und am Niederrhein
Mein Denkmal und ich
Hardcover | 140 Seiten | 2,- Euro
ISBN 978-3-941462-30-4
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Familie Farwick-Ketteler stellte am Plantstaken ein Grundstück zur Verfügung, ein Spendenkonto füllte sich schnell und auf dieser guten Grundlage mauerten ehrenamtliche Kräfte unter fachlicher Leitung den Bildstock aus Baumberger Sandstein, in dessen Nische die Figur des Heiligen jetzt steht.

Eine Figur mit Geheimnis

Zum 25-jährigen Jubiläum der Bruderschaft wurde das Kleinod am Namenstag des Schutzpatrons gesegnet. Seit dieser Zeit versammelt sich die Schützen-Gemeinschaft, zu der 235 Mitglieder gehören, alljährlich zur Totenehrung anlässlich des Schützenfestes am Bildstock. Zum Gottesdienst wird die Figur dann aus ihrer Nische geholt. Gepflegt wurde der Bildstock über viele Jahre von Aloysia Weitkamp, die Aufgabe hat inzwischen Hildegard Fastermann übernommen.

Willy Schmelting verrät außerdem noch ein kleines „Geheimnis“: Die Original-Figur des heiligen Aloysius wird bei einem Schützenbruder aufbewahrt und nur zum Festgottesdienst auf den Altar gestellt. In der Nische des Bildstocks steht eine Kopie. Es soll verhindert werden, dass der Heilige unfreiwillig seinen Platz verlässt. Aber so etwas kann sich die Schützenbruderschaft gar nicht vorstellen.

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