TV-Star beim Katholikentag in Münster

Eckart von Hirschhausen über Priester, Frauen, Pfleger und Oblaten

TV-Star Eckart von Hirschhausen wünscht sich auch Frauen als katholische Priester. „Sie weihen lieber Männer ohne Abitur zum Priester, als sich für gut qualifizierte Frauen zu öffnen“, wunderte sich der Kabarettist und evangelische Christ auf einem Podium beim Katholikentag in Münster.

Hirschhausen bezog sich auf das Motiv eines Werbeplakats. Es zeigt eínen OP-Pfleger, der nach einigen Berufsjahren und ohne Abitur als Spätberufener Priester wurde. „Sie verschärfen auch noch den Pflegemangel“, sagte der ausgebildete Arzt Hirschhausen kopfschüttelnd angesichts des früheren Berufs des Priesters.

Gegen Ökonomisierung der Pflege

Hirschhausen rief kirchliche Träger auf, die „zunehmende Ökonomisierung in der Pflege nicht mitzumachen“. Bei christlichen Pflege-Einrichtungen erwarte er, „dass ich einen Unterschied merke – und zwar sowohl im Umgang mit den Bewohnern als auch mit den Pflegenden“.

Der Protestant outete sich als katholischer Kirchensteuerzahler, da er mit einer Katholikin verheiratet ist und beide gemeinsam steuerlich veranlagt werden: „Ich verdiene ganz gut. Ich bin also einer Ihrer größeren Sponsoren“, sagte Hirschhausen an den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki gewandt, der auf demselben Podium saß.

Unverständnis in der Kommunionfrage

Auch deshalb verstehe er nicht, warum es für ihn als protestantischen Ehepartner nicht möglich sein soll, gemeinsam mit seiner Frau das Sakrament der Eucharistie zu empfangen. Satirisch überspitzt formulierte er: „Ich möchte die Oblate bekommen – oder ich möchte mein Geld zurück!“

Diese Aussage wies Woelki zurück: „Dass Sie Oblate sagen, zeigt aber doch, dass Sie und ich unter der Kommunion etwas völlig anderes verstehen. Für mich ist sie das Allerheiligste.“

Sorge wegen des Klimawandels

Manche Debatte, die in den Kirchen geführt wird, ist nach Ansicht des TV-Moderators schlicht „irrelevant“: „Es gibt wichtigere Themen, als öffentlich über Oblaten zu diskutieren.“

„Wir zerstören gerade die Lebensgrundlage für unsere Kinder und Enkel“, sagte Hirschhausen. Seine Generation habe ihre Eltern gefragt, was sie damals gegen die Nationalsozialisten getan habe: „Unsere Kinder werden uns irgendwann fragen, was wir eigentlich gegen den ganz offensichtlichen Klimawandel getan haben.“