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Maren Holetzke aus Oldenburg beginnt Ausbildung zur Pastoralreferentin

Eine Kinderkrankenschwester will Seelsorgerin werden

Maren Holetzke ist eigentlich Kinderkrankenschwester. Nach der Ausbildung war ihr aber klar: Sie wollte Menschen anders nahe sein. Die Geschichte eines Berufswechsels zur Pastoralreferentin.

So nah war Maren Holetzke dem Tod und dem Sterben noch nicht gekommen wie hier: auf der Krebsstation für Kinder in der Uniklinik Münster. Die junge Frau aus Gescher (Kreis Borken) wollte Kinderkrankenschwester werden, diese Station gehörte zu ihrem Ausbildungsweg.

„Das war schwer für mich“, sagt die 31-Jährige im Rückblick. „Da habe ich das erste Mal Menschen gesehen, bei denen das Ende nahe ist.“ Zugleich aber auch Menschen, die sie überrascht haben.

Kranke lächelt auf der Krebsstation

Maren Holetzke erlebte eine schwerkranke Jugendliche, die trotzdem lächelnd ihren Weg gegangen sei. Sie habe „eine unglaublich enge Beziehung“ zu ihrer Pfarrgemeinde gehabt und immer wieder von dort Besuch bekommen.

Nachdenklich sagt Maren Holetzke: „Da steht ein junges Mädchen mit katastrophaler Diagnose vor mir und schöpft doch so viel Kraft aus der Gemeinschaft im Glauben.“ Das habe sie zu Fragen nach dem eigenen Glauben gebracht. Auch ihre eigene Frömmigkeit schienen ihr bisher wie selbstverständlich nach der Kindheit im Münsterland.

Begeistert vom anspruchsvollen Beruf

Ihren Beruf hat Maren Holetzke begeistert gelernt, sie war fasziniert, wie intensiv sie medizinische Kenntnisse erwerben konnte. „Das war sehr, sehr anspruchsvoll“, erinnert sie sich. Im Alltag merkte sie nach einiger Zeit aber auch, dass neben guten Fachkenntnissen in der Krankenpflege anderes wichtig ist: Zuwendung, Nähe. Wenn man denn Zeit dafür hat.

Maren Holetzke hatte gelegentlich Zeit dafür, weil sie in der Ausbildung weniger Verantwortung zu tragen hatte. „Ich konnte mich oft einfach mal hinsetzen bei den Patienten und ihren Fragen zuhören.“ Die Kranken seien dankbar gewesen für jede Minute. „Manche waren dann so glücklich, selbst wenn es ihnen sehr schlecht ging.“ Die angehende Pflegerin merkte: „Das war es eigentlich, was ich in einem Beruf wollte: Menschen helfen, aber nicht nur medizinisch.“

Wie Krankenpflege bezahlt wird

Sollte Kinderkrankenpflege also der Beruf fürs Leben sein? Maren Holetzke zweifelte endgültig. Auch, weil sie Arbeitsbedingungen und Gehalt von ausgebildeten Pflegekräften empörten. „Das ist ein herausfordernder, erfüllender Beruf. Aber wie werden Pflegekräfte bezahlt?“

Sie wolle diese Zeit im Krankenhaus nicht missen, versichert Maren Holetzke heute. Und ein Beruf, in dem sie für Menschen arbeiten kann, sollte es auch bleiben. Sie begann, Erziehungswissenschaften zu studieren. Und lernte daneben in einem allgemeinen Seminar rein aus Interesse Latein. Bibel-Latein. Denn dort saßen außer ihr nur Theologiestudenten.

Beim Lateinlernen lernte sie ihren Mann kennen

„Da kamen bei mir wieder alle Fragen zum Glauben hoch“, erinnert sie sich, „ganz neue und tiefgründige Fragen.“ Wenn die Gruppe Wort für Wort übersetzte und sich dem Kern einer Geschichte näherte. So intensiv habe sie sich zuvor eben nicht mit der Bibel beschäftigt.

In diesem Seminar lernte sie ihren späteren Mann Thimo kennen. „Der war mir da wichtig, weil er sich offen allen meinen Fragen stellte, weil er mir Antworten gab, weil er manches aber offen ließ.“ Dass Fragen in der Theologie „auch einmal offen bleiben“, habe sie bei ihm gelernt.

Als Frau in der Kirche?

Das Fach faszinierte sie sofort, in einem Aufbaustudium näherte sie sich bewusst theologischen Fragen. „Einfach um zu lernen. Und dann mit unterschiedlichen Meinungen zu leben und im Austausch zu bleiben.“ Entscheidend wichtig sei das. Als gläubige Frau habe sie sich etwa damit auseinandergesetzt, wie die Kirche die Rolle der Frau sehe. „Da muss man sich selber positionieren. Aber für mich war klar: in der Kirche und nicht außerhalb.“

Diese Entscheidung hat sie jetzt in einen kirchlichen Beruf geführt: Am 1. August beginnt sie ihre Ausbildung zur Pastoralreferentin in Mariä Himmelfahrt in Vechta. Nach dem Beispiel ihres Mannes: Bei ihm hat sie in den vergangenen drei Jahren dessen praktische Ausbildung in St. Marien Oldenburg miterlebt. Die Vielfalt dieses Berufes mitten im Leben der Kirche habe sie sofort angezogen. Das soll nun auch ihr Beruf werden.

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