Caritas und Diakonie verweisen auf Arbeit in der Corona-Krise

„Tag der Pflege“: Kirchen fordern bessere Bedingungen für Fachkräfte

Zum „Tag der Pflege“ am 12. Mai erinnern Kirchenvertreter an politische Versprechen, die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte dauerhaft zu verbessern. Die Arbeit in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten gilt nicht erst seit der Corona-Pandemie als systemrelevant.

Burkhard Baumann, Vorstand der Caritas Steinfurt und ein Sprecher der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe im Bistum Münster, bedauert nach Caritas-Angaben, dass es „solcher Krisen bedarf, um breit über den Wert der Pflege zu diskutieren“. Matthias Wittland, Vorstand der Caritas Ahaus-Vreden, findet, Gesellschaft und Politik müssten die „Ernsthaftigkeit ihrer Unterstützungsbekundungen“ erst noch „unter Beweis stellen“.

Dankesbrief im Oldenburger Land

Im Oldenburger Land haben sich Caritasdirektor Gerhard Tepe und sein Stellvertreter Martin Pohlmann mit einem Brief bei stationären und ambulanten Pflegekräften bedankt. Mit „rationaler Fachlichkeit und emotionaler Zuwendung“ seien sie „Licht für die Menschen zu Hause und die Bewohner in den stationären Einrichtungen“.

Auf die Arbeit von Pflegekräften in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung weist Ruth Meyerink hin, Geschäftsführerin im Stift Tilbeck in Havixbeck bei Münster. „Unsere Leute sind echte Allrounder“, sagt sie. „Neben der Pflege und Betreuung unserer anvertrauten Menschen sind sie Freizeitgestalter, Seelsorgende, Computerspezialisten und Organisationstalente.“ Das gelte gerade in Zeiten Corona-bedingter behördlicher Schließungen von Einrichtungen.

Evangelische Kirche: Leistung für den Nächsten honorieren

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das Diakonische Werk fordern bessere Löhne für Pflegekräfte. „Diese Alltagsheldinnen, die sich mit großem Aufwand um unsere Schwachen und Alten kümmern, müssen auf Dauer mehr bekommen“, sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie.

„Die Erfahrungen in der Corona-Krise müssen zu einem Umdenken führen, was für unsere Zukunft wirklich wichtig ist“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Heinrich Bedford-Strohm. Die Leistung für den Nächsten müsse künftig stärker honoriert werden.

Der „Tag der Pflege“

Lilie sagte, einmalige Prämien seien ein wichtiges Signal, aber das genüge nicht: „Die Sozialsysteme müssen mit mehr Geld ausgestattet werden.“ Gute Bezahlung sei Grundlage dafür, auch weiterhin engagiertes Personal zu finden.

Der 12. Mai als „Tag der Pflege“ erinnert an den Geburtstag von Florence Nightingale. Die britische Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege wurde vor 200 Jahren geboren.