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Zeitung: Handeln des Sprechers im Fall Hildegard Dahm ist Grund

Erzbistum Köln trennt sich erneut von Pressesprecher

  • Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki muss sich einen neuen Pressesprecher suchen.
  • Der Vertrag mit Sprecher Jürgen Kleikamp laufe Ende 2022 aus, teilte das Erzbistum Köln mit.
  • Kleikamp sagte, bis Freitagvormittag habe er "nichts Offizielles" in diese Richtung gehört.
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Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki muss sich einen neuen Pressesprecher suchen. Der Vertrag mit Sprecher Jürgen Kleikamp laufe Ende 2022 aus, teilte das Erzbistum Köln der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Darüber habe Generalvikar Guido Assmann als Leiter der Bistumsverwaltung den Erzbischöflichen Rat - ein Beratungsgremium des Kardinals - informiert.

Kleikamp sagte der KNA am Freitagvormittag erneut, bisher habe er von Assmann "nichts Offizielles" über eine Einstellung des Vertrags gehört. Weiter wolle er dies nicht kommentieren. Am Vorabend hatte er die Bistumsverwaltung mit den Worten kritisiert: "Es ist Volkssport im Generalvikariat, immer über die Leute herzuziehen, ohne mit ihnen selbst zu sprechen."

Offenbar Unzufriedenheit mit Kleikamps Arbeit

Der pensionierte WDR-Journalist hatte die Aufgabe im März "übergangsweise" übernommen, hieß es damals. So könne man sich "intensiv auf die Suche nach einem neuen Kommunikationsdirektor konzentrieren". Er habe einen Vertrag mit dem Generalvikar für sechs Monate geschlossen, der sich immer um einen Monat verlängere, wenn er von keiner Seite gekündigt werde, sagte Kleikamp der KNA.

Grund für die Kündigung soll laut "Kölner Stadt-Anzeiger" die Unzufriedenheit vieler leitender Kirchenleute mit Kleikamps Arbeit sein. So habe es Kirchenkreisen zufolge Kritik aus "der gesamten Bistumsführung" vor allem an einer Pressemitteilung gegeben, in der der Mitarbeiterin Hildegard Dahm mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht wurde. Dahm hatte in einem Interview geschildert, sie habe Kardinal Woelki bereits 2015 eine Information über Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren "Sternsinger"-Präsidenten Winfried Pilz zugeleitet.

"Bistumsschädigendes Vorgehen"

Die Staatsanwaltschaft Köln leitete daraufhin Ermittlungen gegen Woelki wegen des Vorwurfs der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung ein. Der Kardinal hatte an Eides Statt erklärt, er sei erst Ende Juni 2022 mit dem Fall Pilz befasst worden.

Laut "Stadt-Anzeiger" hatten sich "führende Bistumsvertreter" danach über "inakzeptables, bistumsschädigendes Vorgehen" beklagt und Kleikamp "eigenmächtiges Vorgehen" vorgeworfen. Woelki habe sich auf die Position zurückgezogen, die Pressemitteilung zu Dahms Interview sei mit ihm nicht abgestimmt gewesen. Er habe den Text nicht freigegeben.

Erzbistum: Wir erteilen keine Auskunft zu Personalfragen

Das Erzbistum Köln wollte den Grund für die Vertragsbeendigung auf KNA-Anfrage nicht nennen. Zu Personalangelegenheiten erteile man keine Auskunft.

In Woelkis achtjähriger Amtszeit haben sich Erzbischof und Erzbistum von einer ganzen Reihe von Führungskräften getrennt. Zuletzt musste die Geschäftsführerin der vom Kardinal geförderten Kölner Hochschule für Katholische Theologie, Martina Köppen, ihren Hut nehmen. Sie hat Klage gegen das Erzbistum vor dem Arbeitsgericht eingereicht.

Schon fünf Mediendirektoren in acht Amtsjahren Woelkis

Auch an der Spitze der Medienabteilung gab es in Woelkis Amtszeit bereits fünf verschiedene Direktoren, die zum Teil schon nach wenigen Monaten wieder gingen. Kleikamp war nur Sprecher, die Medienabteilung wird derzeit von einem Trio "übergangsweise" geleitet.

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