Angebot des Könzgenhauses Haltern – Anmeldung erforderlich

Experten: Pflege ist an der Grenze – Online-Diskussion am 21. Januar

  • Das Könzgenhaus in Haltern veranstaltet eine Online-Diskussion zum Thema „(Un)würdige Arbeit – das Beispiel der Pflege(berufe)“.
  • Experten legen angesichts der Corona-Pandemie Grenzen und Schwächen der Pflege offen.
  • Katholische Arbeitnehmer-Bewegung fordert monatlich 500 Euro mehr für jeden Beschäftigten im Pflegebereich.
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Kranken- und Pflegekräfte stehen wie nie zuvor im Fokus öffentlicher Wahrnehmung. Angesichts der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie rücken Arbeitssituation, Arbeitsbelastung, Entlohnung, Arbeitszeiten und Standards der Alten- und Krankenpflege ins Blickfeld.

Deshalb veranstaltet das Könzgenhaus in Haltern, eine Bildungseinrichtung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Münster, über „Zoom“ am 21. Januar 2021 einen digitalen Diskussionsabend mit Pflegeexperten (siehe Kasten). Eingebunden ist er in die Veranstaltungsreihe „(Un-)Würdige Arbeit“, mit der die KAB auf Missstände in der Arbeitswelt hinweist.

Caritas startete Kampagne für mehr Wertschätzung

Dass Pflegekräfte an Grenzen stoßen und sich mehr als nur Applaus wünschen, haben in den vergangenen Monaten verschiedene Aktionen von Trägern von Pflegeeinrichtungen deutlich gemacht. So hatte der Caritasverband Ahaus-Vreden eine Plakatkampagne gestartet.

„So großartig die Leistung ist, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozial- und Pflegeberufen erbringen, so schwierig sind leider oft die begleitenden Rahmenbedingungen“, sagt Peter Schwack, Caritas-Vorstand in Ahaus-Vreden. Viele Bereiche seien personell unterbesetzt und nicht ausreichend refinanziert.

Mehr Zeit für Patienten nötig

Wichtig seien verbesserte Personalschlüssel. Es brauche beispielsweise mehr Zeit für die Zuwendung zum Patienten, damit Pflege und Betreuung menschenwürdig bleibe und auch in Zukunft ausreichend Personal da sei, meint Schwack.

Herausfordernd in der Corona-Pandemie seien auch ständig neue Verordnungen. Diese müssten umgesetzt werden, denn die Verantwortung für die Einhaltung liege beim Träger, sagt Schwack. „Teilweise kamen Verordnungen, die wir faktisch aufgrund fehlender Räume und zu wenig Personal gar nicht umsetzen konnten. Die Beschäftigten konnten nicht mehr abschalten, waren in ständiger Lauerstellung, was als nächstes auf sie zukommt.“

KAB: Pflegenotstand politisch verursacht

Deutliche Worte findet auch Matthias Wittland, zuständig für das Ressort Pflege beim Caritasverband Ahaus-Vreden: „Ich bin seit mehr als 30 Jahren im Pflegebereich tätig. Es hat immer wieder Ansätze gegeben, die Pflege in Krisenzeiten zu unterstützen. Diesmal wurde Beifall geklatscht und es gab die Pflegeprämie. Die aktuelle Umsetzung von Verordnungen zu Lasten der in der Pflege Arbeitenden zeigt mir aber, dass von der ursprünglich geäußerten Wertschätzung tatsächlich nur Worte übriggeblieben sind.“

Mit Stellungnahmen hat sich auch die KAB auf die Seite der Pflegenden gestellt; sie fordert ausreichende finanzielle Mittel, um die Pflege sicherzustellen und den Beruf attraktiver zu machen. Der Verband will sich dafür einsetzen, den seiner Meinung nach „politisch verursachten Pflegenotstand zu beseitigen“.

Tägliche Corona-Tests für alle Beschäftigten

Konkret fordert die KAB monatlich 500 Euro mehr für jeden Beschäftigten im Pflegebereich, eine Gefahrenzulage für gefährdete Beschäftigte, ausreichende Ruhezeiten, tägliche Corona-Tests für alle Beschäftigten und eine angemessene Schutzkleidung für alle in der Pflege Tätigen.

„Die Beschäftigten im Pflegebereich haben eine hohe Arbeitsbelastung. Das muss sich auch in der Entlohnung oder Vergütung widerspiegeln“, sagt Klaus-Dieter Amtmann aus Herten, Vorsitzender der KAB im Bezirk Recklinghausen.

Der digitale Diskussionsabend „(Un)würdige Arbeit – das Beispiel der Pflege(berufe)“ beginnt am 21. Januar um 19 Uhr. Referenten sind Ulrich Christofczik vom Evangelischen Christophoruswerk, Krankenpfleger Gregor Pleiss, Gewerkschaftssekretärin Marion Schäfer, Thorsten Schulten von der Hans-Böckler-Stiftung und Hans-Werner Quasten von der Initiative Respekt. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung über diesem Link möglich.

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