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Einkaufsservice für Ältere und Risikopatienten in Lengerich und Püsselbüren

„Helden der Krise“: Viele Helfer haben noch Kapazitäten frei

Auf dem Land kommen ältere Menschen in Corona-Zeiten noch zurecht  - oder sie trauen sich nicht, um Hilfe zu bitten, meint Kaplan Willenbrink, Lengerich. Auch die Püsselbürener Messdiener haben noch Kapazitäten frei.

Es sei schon etwas seltsam gewesen, durch ganz leere Straßen zu fahren: Die Messdiener der Herz-Jesu-Kirche Püsselbüren, die zu katholischen Kirche Ibbenbüren und Brochterbeck gehören, bieten seit letzter Woche einen „Corona-Einkaufsservice“ an. Die ersten Aufträge seien auch schon per Telefon und Email eingegangen, „aber es könnten mehr sein“, sagt Lukas Inderwisch. Der 22-Jährige koordiniert die Aktion mit Linus Menger und Mariele Barkmann. 18 Helfer machten bereits mit, „viele melden sich auch und bieten an, einkaufen zu gehen.“

Nur die Menschen, die Hilfe bräuchten, bleiben aus. In den Supermärkten treffe er öfter Menschen, die offensichtlich zur Risikogruppe gehören: „Wenn es schlimmer wird und wir Hilfe brauchen, dann melden wir uns“, hat Inderwisch als Rückmeldung bekommen.

Seelsorge mit Sicherheitsabstand

Ähnliches meldet auch Kaplan Ernst Willenbrink aus Lengerich. Das Seelsorge-Team der Gemeinde Seliger Niels Stensen koordiniert die Corona-Hilfe und kauft auch selbst ein: „Noch gefragter sind wir als Seelsorger. Wenn jemand sagt: 'Ich möchte nicht alleine beten', dann kommen wir natürlich auch.“ Der Sicherheitsabstand bleibe dabei gewahrt.

„Da sich bis jetzt noch keine älteren Menschen für die Einkaufshilfe gemeldet haben, kann es sein, dass sich die altbewährte Nachbarschaftshilfe auszeichnet, oder aber die alten Menschen noch nicht über ihren eigenen Schatten springen können, um sich einzugestehen, dass sie Hilfe benötigen“, meint Willenbrink. Er möchte Mut machen, Bescheid zu geben, wenn Hilfe benötigt werde: „Dafür sind wir da.“.

Nachbarschaft funktioniert

Andererseits freue es ihn zu erfahren, dass Nachbarschaftshilfe zu funktionieren scheint: „Ich weiß von Menschen, deren Nachbarn ganz unkompliziert Besorgungen machen gehen für andere. Auch habe ich in einem Treppenhaus mitbekommen, wie sich jemand Lebensmittel direkt aus dem Geschäft liefern ließ.“

Wie die Lengericher bleiben auch die Messdiener in Püsselbüren mit ihrer Hilfsaktion auf Standby: „Wir haben uns kein Ende gesetzt“, sagt Lukas Inderwisch. Für ihn persönlich fühlt sich die ganze Situation komisch an: „Es ist wie ein Ausnahmezustand, aber im Dorf halten wir zusammen.“ Er findet es toll, dass die Apotheke kostenlose Desinfektionsmittel für alle Helfer zur Verfügung stellt und der Herz-Jesu-Kindergarten kleine Stoffhasen zum Verschenken gestiftet hat.

Melden Sie sich, wenn sie Hilfe benötigen:
Corona-Hilfe Püsselbüren: MessdienerHerzJesu@web.de
Cotona-Hilfe Lengerich: selnielsstensen-lengerich@bistum-muenster.de

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