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WDR berichtet über Taten eines Oblaten-Paters

Hiltruper Missionsschwester wurde Opfer spirituellen Missbrauchs

  • In den 1970er und 1980er Jahren ist eine Hiltruper Missionsschwester Opfer spirituellen Missbrauchs geworden.
  • Ein Oblaten-Pater soll die Ordensfrau als Exerzitien-Leiter über viele Jahre manipuliert haben.
  • Auch nach dem Austritt der Frau aus dem Orden habe dieser Missbrauch nicht aufgehört.
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Im Mutterhaus der Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in Münster-Hiltrup soll es in den 1970er und 1980er Jahren zu einem Fall von spirituellem Missbrauch gekommen sein. Dabei soll eine junge Ordensfrau von einem Pater der Hünfelder Oblaten über einen langen Zeitraum seelisch und körperlich missbraucht worden sein. Er war als Exerzitienleiter für den Frauenorden tätig und soll seine Position ausgenutzt haben, um die Schwester zu manipulieren. Das berichtet der Westdeutsche Rundfunk (WDR) auf seiner Internetseite.

Der Pater habe seine spirituelle Macht ausgenutzt und die Ordensfrau in ein Abhängigkeitsverhältnis gedrängt, heißt es in dem Bericht. „Er hat mich gelobt, ich wäre Gott so nahe, so eine spirituelle Frau“, wird die Frau zitiert. „Und dann hat er mich in den Arm genommen und sich ganz eng an mich gezogen und gesagt: Ich will dich lieben, weil du das brauchst.“ Immer wieder habe sich der Mann, der von den Schwestern als eine „geistliche Autorität“ angesehen wurde, mit ihr getroffen und die Nähe zu ihr so verklärt. Der Ordensmann soll diese Beziehung bis zu seinem Tod im Jahr 2011 aufrechterhalten haben. Er habe sie wiederholt besucht und auch bei ihr übernachtet, als sie bereits aus dem Orden ausgetreten war.

Hünfelder Oblaten ist der Fall bekannt

Den Hünfelder Oblatenmissionaren ist dieser Fall bekannt, sie wollen sich aber nicht weiter dazu äußern. Dies geschehe zum Schutz der betroffenen Frau, mit der sie seit langem in Kontakt stehen, sagte der Provinzobere, Pater Felix Rehbock, gegenüber Kirche-und-Leben.de. Es sei nicht „zuträglich, den Vorgang weiter in der Öffentlichkeit zu klären“.

Ähnlich zurückhaltend reagierten die Missionsschwestern in Münster-Hiltrup auf die Anfrage von Kirche-und-Leben.de. Auch dort sind die Anschuldigungen bekannt. „In unserer Ordensgemeinschaft haben wir Erfahrungen missbräuchlicher Beziehungen, die vor allem auf unzulängliche menschliche Reife und/oder Überforderung im beruflichen Feld zurückzuführen sind“, sagte die Provinzoberin, Schwester Mechthild Schnieder.

Zahlung von 20.000 Euro an Opfer

Mit der betroffenen ehemaligen Mitschwester sei über die Vorwürfe bereits mehrmals gesprochen worden. Die Zahlung von 20.000 Euro, über die der WDR berichtete, bestätigte die Ordensleitung auf Anfrage von Kirche-und-Leben.de. Zugleich bat sie um Verständnis dafür, dass sie sich zu den Hintergründen dieser Zahlung nicht weiter äußern möchte.

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