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Dort sind mehrere Bischöfe bestattet, die Missbrauch vertuscht haben

Bischofsgruft im Dom in Münster ab Allerheiligen vorerst wieder offen

  • Die nach Veröffentlichung einer Missbrauchsstudie für das Bistum Münster im Juni gesperrte Bischofsgruft im münsterschen Dom ist ab Allerheiligen wieder geöffnet.
  • „Mit dieser Entscheidung ist noch nicht darüber befunden worden, wie man auf Dauer mit der Grablege und dem Thema einer angemessenen Erinnerungskultur umgehen muss“, erklärte Domdechant und Weihbischof Christoph Hegge.
  • Die Gruft solle aber bis zu einer endgültigen Entscheidung zugänglich bleiben.
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Die nach Veröffentlichung einer Missbrauchsstudie für das Bistum Münster im Juni gesperrte Bischofsgruft im münsterschen Dom öffnet wieder. Ab Allerheiligen sei die Grablege nach Beschluss des Domkapitels wieder zugänglich, teilt die Bischöfliche Pressestelle mit.

„Mit dieser Entscheidung ist noch nicht darüber befunden worden, wie man auf Dauer mit der Grablege und dem Thema einer angemessenen Erinnerungskultur umgehen muss“, erklärte Domdechant und Weihbischof Christoph Hegge. Die Gruft solle aber bis zu einer endgültigen Entscheidung zugänglich bleiben, hieß es auf Nachfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Am Eingang der Gruft weist derzeit ein Schild auf die Fehler der Bischöfe im Umgang mit sexualisierter Gewalt hin.

Suche nach endgültiger Lösung


Der Hinweis am Eingang der Bischofsgruft. | Foto: pbm.

Gemeinsam mit Missbrauchsbetroffenen sucht das Bistum eigenen Angaben zufolge aktuell nach Wegen, wie im Dom an die Vertuschung von Missbrauch durch dort beigesetzte Bischöfe erinnert werden kann. Dazu lägen bereits Ideen vor, weitere Vorschläge könnten eingereicht werden (siehe Kasten unten).

Eine endgültige Entscheidung, in die auch das Diözesankomitee als Laienvertretung und der Diözesanrat einbezogen werden sollen, war zunächst bis Jahresende vorgesehen. Die Betroffenen hätten jedoch mehr Zeit erbeten.

Vorwürfe aus der Studie

In einer Aufarbeitungsstudie werfen Forschende der Universität Münster den in der Gruft beigesetzten Bischöfen Michael Keller (Amtszeit 1947-1961), Heinrich Tenhumberg (1969-1979) und Reinhard Lettmann (1980-2008) Fehler im Umgang mit Missbrauchstätern unter den Priestern sowie eine „klerikale Vertuschungsgeschichte“ vor. Nach Veröffentlichung der Studie ließ das Bistum den Zugang zur Bischofsgruft, wo die drei Bischöfe beigesetzt sind, sperren.

Vorschläge zum dauerhaften Umgang mit der Bischofsgruft können per E-Mail eingereicht werden: betroffenenbeteiligung(at)gmail.com oder interventionsbeauftragter(at)bistum-muenster.de

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