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Diözesanrat äußert Zweifel an der Bistumsleitung

Katholiken im Erzbistum Köln: Missbrauch umgehend aufarbeiten

  • Die Vertretung der katholischen Laien im Erzbistum Köln drängt auf umgehende und transparente Aufklärung der Fälle sexualisierter Gewalt.
  • Die Laien äußern Zweifel, ob der Bistumsleitung eine Aufklärung aus eigener Kraft gelinge.
  • „Die juristische Ebene ersetzt nicht die moralisch-ethische Verantwortung“, so der Diözesanrat.

Nach der vom Erzbistum Köln abgesagten Veröffentlichung eines Missbrauchsgutachtens drängt die Vertretung der katholischen Laien auf umgehende und transparente Aufklärung der Fälle sexualisierter Gewalt. Der Diözesanrat forderte die Bistumsleitung auf, „endlich die Wahrheit auf den Tisch zu legen und den Weg freizumachen für Gerechtigkeit und einen Neuanfang“.

Aufgrund der Ereignisse der vergangenen Jahre, Wochen und Tage bestünden Zweifel, ob der Bistumsleitung eine Aufklärung aus eigener Kraft gelinge. Täter und Vertuscher seien endlich klar zu benennen und Konsequenzen zu ziehen.

Laien: Unsere besondere Sorge gilt den Betroffenen

Das Erzbistum hatte Ende Oktober überraschend mitgeteilt, dass ein Gutachten der Münchner Kanzlei Westpfahl-Spilker-Wastl (WSW) wegen methodischer Mängel nicht veröffentlicht wird. Der Kölner Strafrechtsexperte Björn Gercke werde bis 18. März eine neue Untersuchung vorlegen. Derweil veröffentlichte WSW ein für das Bistum Aachen erstelltes Gutachten.

„Unsere besondere Sorge gilt den Betroffenen und dem Betroffenenbeirat“, erklärte der Kölner Diözesanrat. Das Gremium könne sich in der aktuellen Situation aufreiben. Den Mitgliedern gehe es weniger um juristische Standpunkte als vielmehr um die klare Benennung von Tätern und Vertuschern.

Bundesweite Initiative will unabhängige Kommission in Köln

„Die juristische Ebene ersetzt nicht die moralisch-ethische Verantwortung“, so der Diözesanrat. Von Kardinal Rainer Maria Woelki und der Bistumsleitung fordert die Vertretung der Katholiken, in einem Pontifikalamt im Kölner Dom ein Schuldbekenntnis abzulegen.

Unterdessen verlangte der Sprecher der bundesweiten Betroffenen-Initiative „Eckiger Tisch“, Matthias Katsch, eine unabhängige Aufarbeitungskommission, die Betroffene in den Mittelpunkt stelle. Eine von der Kirche in Auftrag gegebene Untersuchung sei gerechtfertigt, müsse aber automatisch das Interesse der Auftraggeber wahren. Eine solche Untersuchung könne nur ein Element in der unabhängigen Aufarbeitung sein, sagte Katsch der „Kölnischen Rundschau“.

(Update 15.30 Uhr: Forderung nach Schuldbekenntnis im Dom, fünfter Absatz)

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