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Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbandes erlitt Herzinfarkt

Kirchenmusiker Wolfgang Bretschneider verstorben

  • Wolfgang Bretschneider, einer der bundesweit bedeutendsten katholischen Kirchenmusiker, ist im Alter von 79 Jahren verstorben.
  • Ab 1989 war er Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland, dem Dachverband der katholischen Kirchenchöre mit rund 380.000 Mitgliedern.
  • Der Priester beriet auch die Deutsche Bischofskonferenz in Liturgie- und Musikfragen und war in der Kommission zur Erarbeitung des neuen Kirchengesangbuches „Gotteslob“ tätig.
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Wolfgang Bretschneider, einer der bundesweit bedeutendsten katholischen Kirchenmusiker, ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Der Priester erlag am Freitagmorgen den Folgen eines Herzinfarktes, wie das Stadtdekanat Bonn mitteilte. „Seine große Leidenschaft galt der Musik“, erinnerte Stadtdechant Wolfgang Picken an Bretschneider. „Er verband das Orgelspiel auf unübertreffliche Weise mit seiner priesterlichen Sendung zu einer viele Menschen berührenden und überzeugenden christlichen Verkündigung.“

Bretschneider wurde am 7. August 1941 in Dortmund geboren und wuchs in Bonn-Bad Godesberg auf. Als Siebenjähriger lernte er Klavierspielen, mit 13 erhielt er erstmals Orgelunterricht. Ab 1961 studierte er Philosophie und Theologie in Bonn und München sowie Musikwissenschaft und katholische Kirchenmusik. 1967 empfing er die Priesterweihe.

Berater der Bischofskonferenz

Bretschneider brachte als Lehrender zahlreichen jungen Menschen die Kirchenmusik näher. Von 1969 bis 1997 war er Repetent im Erzbischöflichen Theologenkonvikt Collegium Albertinum in Bonn und von 1977 bis 2011 Dozent für Liturgie und Kirchenmusik am Priesterseminar in Köln. Zudem lehrte er von 1987 bis 2007 als Professor für Liturgik und Kirchenmusikgeschichte an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, ab 1994 auch an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Ab 1989 war er Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland, dem Dachverband der katholischen Kirchenchöre mit rund 380.000 Mitgliedern.

Der Priester beriet auch die Deutsche Bischofskonferenz in Liturgie- und Musikfragen. So war er in der Kommission zur Erarbeitung des neuen Kirchengesangbuches „Gotteslob“ tätig. Zudem gehörte er dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an.

2003 erhielt er das Bundesverdienstkreuz

Bretschneider war an zahlreichen Rundfunk- und Fernsehübertragungen beteiligt und konzertierte im In- und Ausland. Sein Schwerpunkt war die französische Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Herausgeber von Orgelnoten veröffentlichte er das gesamte Orgelwerk von Joseph Rheinberger (1839-1901). 2003 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

2017 mahnte Bretschneider zusammen mit zehn weiteren Priestern in einem Brief Reformen in der Kirche an. Anlässlich ihres goldenen Priesterjubiläums wandten sich die Geistlichen gegen Großpfarreien, den Pflichtzölibat und den Ausschluss von Frauen von Weiheämtern.

Requiem am Mittwoch wird auch online übertragen

Der Verstorbene war auch viele Jahre nebenamtlich als Priester und zweiter Organist am Bonner Münster tätig. Am Mittwoch kommender Woche wird er in einer Gruft des Münsters beigesetzt. Das Requiem um 12.00 Uhr hält der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Wegen der Corona-Pandemie können nur geladene Gäste teilnehmen, wie das Stadtdekanat erklärte. Der Gottesdienst wird jedoch online übertragen.

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