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Vor der Weltklimakonferenz im November in Glasgow

Klimawandel: Erstmals appellieren alle Weltreligionen gemeinsam

  • Erstmals haben Vertreter nahezu aller Religionen gemeinsam mit Wissenschaftlern dazu aufgerufen, weltweite Klimaschutzmaßnahmen umgehend zu intensivieren.
  • Der gemeinsame Appell ist Ergebnis monatelanger Beratungen.
  • Nahezu 40 Religionsvertreter äußern sich im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Glasgow.
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Erstmals haben Vertreter nahezu aller Religionen gemeinsam mit Wissenschaftlern dazu aufgerufen, weltweite Klimaschutzmaßnahmen umgehend zu intensivieren. Im Vorfeld des Weltklimagipfels Anfang November in Glasgow präsentierten sie im Vatikan als Ergebnis monatelanger Beratungen einen entsprechenden Appell. Diesen übergaben die fast 40 Religionsvertreter an den designierten Präsidenten des Klimagipfels, den Briten Alok Sharma, und an Italiens Außenminister Luigi Di Maio.

Im Appell gehen die Religionen auf eine gemeinsame moralische Verpflichtung zur Bewältigung des Klimawandels ein. Alle religiösen und spirituellen Traditionen mahnten sowohl Sorge für andere Menschen wie auch für die Schöpfung an.

 

Netto-Kohlendioxid-Ausstoß von Null gefordert

 

Im Einzelnen fordern Wissenschaft und Religionen, die Welt möge so schnell wie möglich einen Netto-Kohlendioxid-Ausstoß von Null erreichen. Dies sei notwendig, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Reiche Länder müssten sich dabei vermehrt engagieren - durch striktere Maßnahmen und finanzielle Hilfen für ärmere Staaten. Gefordert werden weiterhin internationale Kooperation beim Übergang zu sauberer Energie, nachhaltiger Landnutzung und Nahrungsmittelproduktion.

 

Wer unterzeichnet hat

 

Religionsführer sollten ihre Gläubigen aufklären und motivieren, sich aktiv an der öffentlichen Debatte über Umweltfragen zu beteiligen. Zugleich sollen sie selbst und ihre Institutionen in Lebensstil und Umgang mit eigenem Vermögen stärker auf Nachhaltigkeit setzen.

Zu den Unterzeichnern gehören neben Papst Franziskus hochrangige Vertreter aller christlichen Konfessionen, des sunnitischen und schiitischen Islam, des Judentums, des Hinduismus, des Sikhismus, des Buddhismus, des Konfuzianismus, des Taoismus, des Zoroastrismus und des Jainismus. "Mit dem Wissen der Wissenschaft und der Weisheit der Religion" müsse man dringend "um der gesamten Menschheit willen langfristig denken", heißt es im Appell. "Künftige Generationen werden uns nie verzeihen, wenn wir es versäumen, unsere gemeinsame Heimat zu schützen."

 

Wissenschaftler: Nun sind sich auch die Religionen einig

 

Die Wissenschaft, so der Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Joachim von Braun, sei sich beim Klimawandel schon lange einig. Jetzt könne man sagen: "Auch die Religionen sind sich in dieser Frage einig."

Der designierte Präsident des Glasgower Gipfels, Alok Sharma, sagte: "Ich fühle mich geehrt, diesen historischen gemeinsamen Appell entgegenzunehmen." Die Stimmen derjenigen müssten gehört werden, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, so Sharma. Die Initiative zur Konferenz der Religionen war von der britischen und italienischen Botschaft beim Heiligen Stuhl ausgegangen. Großbritannien ist Gastgeber des Gipfels, Italien hat derzeit den G20-Vorsitz inne.

 

Womöglich besucht der Papst den Klimagipfel

 

Über einen Besuch des Papstes bei der 26. Konferenz der Mitgliedstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, "Conference of the Parties" (COP26) in Glasgow, wird seit geraumer Zeit spekuliert. Die Schottische Bischofskonferenz hat seinen Besuch bereits angekündigt, vom Vatikan gibt es bislang keine Bestätigung.

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