Bischöfe wenden sich aber weiter gegen „Ehe für alle“

Koch: Kirche hat Mitschuld an Missachtung Homosexueller

Eine Mitschuld der Kirche an der Missachtung homosexueller Partnerschaften hat der Vorsitzende der Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Heiner Koch, eingeräumt. Bei der „Ehe für alle“ sei für viele Menschen die Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Liebe das Hauptziel gewesen, sagte Koch dem „Tagesspiegel“ in Berlin. „Dass dahinter Erfahrungen stehen, diese Wertschätzung nicht erlebt zu haben, tiefe Verletzungen, und dass wir als Kirche da auch Schuld haben, ist unstrittig“, so der Berliner Erzbischof.

Er wandte sich dennoch dagegen, den Ehebegriff auf gleichgeschlechtliche Beziehungen auszudehnen. Dies nivelliere Unterschiede, „die es aber gibt“. Nach katholischem Verständnis sei eine Ehe „die Verbindung zwischen Mann und Frau, die Eltern werden wollen“.

Marx: Staat darf Ehe nicht umdefinieren

Auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, findet, der Staat dürfe die Ehe nicht einfach umdefinieren. Sie „sollte auf die Beziehung zwischen Mann und Frau bezogen bleiben“, sagte der Münchner Erzbischof der „Welt am Sonntag“. Die Ehe sei auch auf Weitergabe des Lebens ausgerichtet; das habe bislang auch das Bundesverfassungsgericht immer so gesehen.

Die Ehe sei älter als der Staat und „gewissermaßen die Voraussetzung dafür, dass es den Staat überhaupt gibt“, fügte Marx hinzu. Dies bedeute keine Diskriminierung von Lebenspartnerschaften.