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Breite Kritik an Wortbeitrag der Delegierten von „Maria 1.0“

„Menschenfeindliche“ Aussagen beim Synodalen Weg verurteilt

  • Der BDKJ, die KFD und 16 junge Delegierte verurteilen Aussagen der Delegierten von „Maria 1.0“ beim Synodalen Weg, Dorothea Schmidt.
  • Sie hatte gesagt, Missbrauch beruhe „zumindest anteilig“ auf homosexuellem Begehren.
  • Das lehnen die Verbände und Delegierten als menschenverachtend und sachlich falsch ab.
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Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Katholische Frauengemeinschaft (KFD) und 16 junge Delegierte verurteilen Aussagen der Delegierten von „Maria 1.0“ beim Synodalen Weg, Dorothea Schmidt. Sie hatte bei der Online-Versammlung des Reformdialogs gesagt, man müsse wegen der mehrheitlich männlichen Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche davon ausgehen, dass Missbrauch „zumindest anteilig“ auf homosexuellem Begehren beruhe.

„Eine solche Behauptung ist nicht nur homophob und damit menschenfeindlich, sondern widerspricht auch den Ergebnissen der MHG-Studie“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzender Gregor Podschun nach Verbandsangaben. Die MHG-Studie, die sexualisierte Gewalt durch katholische Kleriker in Deutschland erforscht hatte, betont nach seinen Worten, dass „monokausale Erklärungen“ zu kurz griffen.

 

„Skandalös und weg vom Wesentlichen“

 

Die Aussage von Dorothea Schmidt im Live-Stream-Video der Versammlung beginnt etwa nach 2:39:00 Stunden.

Die KFD nennt es in einer Erklärung „falsch und skandalös“, Homosexualität verantwortlich oder mitverantwortlich zu machen für sexualisierte Gewalt. Die Ursachen des Missbrauchs in der katholischen Kirche lägen „in klerikalen Machtstrukturen. Diese müssen aufgelöst werden.“

Es lenke „vom Wesentlichen ab“, eine offene Haltung gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen als Ursache für sexualisierte Gewalt heranzuziehen.

 

„Grenze des Sagbaren überschritten“

 

Ohne Dorothea Schmidt oder andere Beispiele zu nennen, kritisieren 16 junge Synodale „Äußerungen vereinzelter Mitglieder der Synodalversammlung“, die die Würde von Menschen angriffen. Zu den Delegierten – sie äußern sich nach eigenen Worten als Privatpersonen – gehören Johanna Müller aus Harsewinkel-Marienfeld und Lukas Färber aus Münster.

„Unser christliches Menschenbild gründet auf der Überzeugung, dass jeder Mensch von Gott gewollt, mit all seinen Facetten angenommen und mit einer bedingungslosen Würde beschenkt ist“, erklären die 16 Delegierten. Wer diese Würde verletze, überschreite „die Grenze des Sagbaren“. Das dürfe nicht toleriert werden.

 

Delegierte: Kirchenrecht ist „Grundlage für Diskriminierung“

 

Die jungen Synodalen schreiben, es gebe Differenzen „zwischen dem Würdebegriff unserer christlichen Glaubensüberzeugung und der römisch-katholischen Lehrmeinung“, vertreten im Kirchenrecht. Die lehramtliche Vorstellung sei „noch immer geprägt von Ungleichheit“ und damit „Grundlage für die Diskriminierung unter anderem von Frauen, Inter- und Trans*personen, gleichgeschlechtlich Liebenden und allen anderen queeren Identitäten“.

Dorothea Schmidt wurde als Vertreterin der Initiative „Maria 1.0“ von der Deutschen Bischofskonferenz für den Synodalen Weg berufen. „Maria 1.0“ war als Reaktion auf die Bewegung „Maria 2.0“ entstanden, die Reformen in der katholischen Kirche fordert. Offizielle Vertreterinnen von „Maria 2.0“ hatten ein Mitwirken beim Synodalen Weg abgelehnt.

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